Ein Jahrzehnt bis zur zweiten Schiene
Die ÖBB haben den formalen Planungsstart für den zweigleisigen Ausbau auf der Bahnstrecke zwischen St. Pölten und Herzogenburg bekanntgegeben. Nach derzeitiger Einschätzung wird die neue Streckenführung mit zusätzlichem Gleis und teilweiser Elektrifizierung frühestens ab 2036 die Kapazität des Öffentlichen Verkehrs erhöhen. Für Pendlerinnen und Pendler im Zentralraum bedeutet das: Eine spürbare Entlastung ist nicht kurzfristig zu erwarten, die Vorarbeiten für die langwierige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) beginnen jedoch bereits.
Als Grund für den langen Zeithorizont nennt die ÖBB die Dauer des UVP-Verfahrens und die damit verbundenen Abklärungen. Dazu erklärte ein ÖBB-Sprecher:
„Wir gehen von einer längeren Dauer des UVP-Verfahrens aus“
Konkrete Maßnahmen vor Ort
Aus dem bislang veröffentlichten Maßnahmenkatalog ergeben sich mehrere konkrete Eingriffe und Verbesserungen entlang der Strecke, die auch Herzogenburg und seine Ortsteile betreffen. Die Projekte reichen von barrierefreien Bahnsteigen über Personentunnel bis zu Hochwasserschutzmaßnahmen.
- Auflassung von Eisenbahnkreuzungen und Ersatz durch Unterführungen
- Erneuerung und Barrierefreiheit der Haltestellen (z. B. Traisenpark, Viehofen)
- Teilweise Elektrifizierung der Strecke bis Herzogenburg (mit Auswirkung auf die Verlängerung nach Krems)
- Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Gorbachgasse
| Station/Abschnitt | Geplante Maßnahme |
|---|---|
| Unterradlberg | Barrierefreier Inselbahnsteig, Personentunnel mit Lift, Bike&Ride |
| Oberradlberg | Fuß- und Radweg-Unterführung |
| Weichselbaumstraße / Gorbachgasse | Unterführung als Ersatz für Eisenbahnkreuzungen; Hochwasserschutz |
| Viehofen | Barrierefreier Inselbahnsteig, Personendurchgang mit Lift, Gleisverlängerung |
| St. Pölten-Traisenpark | Barrierefreier Inselbahnsteig, zwei Zugänge, Personentunnel mit Lift, neue Eisenbahnbrücke über Dr.-Adolf-Schärf-Straße |
Was bedeutet das für die Menschen in Herzogenburg und im Bezirk?
Kurzfristig bleiben Pendlerinnen und Pendler auf der Achse St. Pölten–Herzogenburg von Engpässen betroffen: Der Aus- und Umbau wird vorbereitende Arbeiten und Planungsverfahren mit sich bringen, aber die Entlastung durch ein durchgängig zweites Gleis ist erst mittelfristig zu erwarten. Lokal bedeutsam sind die angekündigten Barrierefreiheitsmaßnahmen: Haltestellen wie Traisenpark sollen neue, stufenfreie Zugänge und Aufzüge erhalten, was die Erreichbarkeit für mobilitätseingeschränkte Personen verbessert. Für Anrainerinnen und Anrainer relevant sind zudem die Hochwasserschutzpläne entlang der Gorbachgasse, die lokale Infrastruktur und Siedlungsbereiche schützen sollen.
Die angekündigten Unterführungen ersetzen niveaugleiche Eisenbahnkreuzungen. Das kann den Verkehr sicherer machen und Wartezeiten an Bahnübergängen reduzieren, führt aber in der Bauphase zu Veränderungen bei Verkehrsführungen und zeitweiligen Sperren.
Die ÖBB betonen, dass die Verschiebung einzelner Ausbaustufen – etwa bei der Elektrifizierung Richtung Krems – die Fertigstellung bis nach Krems verzögern kann und der jetzt bekanntgegebene Zeitrahmen für Herzogenburg Teil eines größeren, stufenweisen Programms ist.
Für Anrainerinnen und Pendler bleibt wichtig: Die Planungen treten nun in eine ausführlichere Phase ein. Sobald konkrete Termine für Bauphasen, Verkehrsbeeinträchtigungen oder Beteiligungsverfahren vorliegen, sollten Betroffene die Veröffentlichungen der Gemeinde Herzogenburg sowie der ÖBB verfolgen, um frühzeitig über Baustellen, Umleitungen und Ausweichangebote informiert zu sein.