Klosterneuburg verstärkt Maßnahmen zur Anpassung an steigende Temperaturen und entgegnet damit den zunehmenden Hitzeperioden. Im Fokus stehen Entsiegelung, mehr Vegetation und eine nachhaltigere Oberflächenentwässerung. Die Stadt hob hervor, dass solche Projekte bereits vor der Schaffung des Förderinstruments umgesetzt wurden, die Fördermöglichkeit des NÖ Bodenbonus künftig aber aktiv geprüft und gegebenenfalls genutzt werde.
Konkrete Maßnahmen und Fördermöglichkeiten
Als Beispiele für die klimafitte Gestaltung des öffentlichen Raums werden in Klosterneuburg unter anderem wasserdurchlässige Rasensteine am Parkplatz vor dem Gemeindeamt, neue Straßenbäume am Hauptplatz und begrünte Straßenzüge angeführt. Solche Maßnahmen mindern lokale Hitzeinseln, erhöhen die Versickerung von Regenwasser und tragen zur Stärkung der Biodiversität bei. Die Stadt betont, dass bei neuen Projekten frühzeitig geprüft werde, ob die Voraussetzungen für eine Förderung durch den NÖ Bodenbonus erfüllt sind.
Vizebürgermeisterin Maria T. Eder wird in der Meldung mit einer Bewertung zitiert:
„Jede Maßnahme, die eine Entsiegelung von Böden fördert, ist zu begrüßen.“
Bestehende Initiativen und Auszeichnungen
Klosterneuburg zählt laut Bericht bereits zu den besonders grünen Städten und wurde zuletzt von Greenpeace als „NaturStadt-Pionier“ ausgezeichnet. Gleichzeitig gibt es noch Potenzial, öffentliche Flächen klimafitter zu gestalten: Bei Straßenbau- und Sanierungsprojekten setze die Stadt zunehmend auf versickerungsfähige Stellflächen mit Rasengittersteinen, größere Grünflächen und neue Baumscheiben. Auch die Ausstattung von Haltestellen mit begrünten Wartehäuschen soll schrittweise ausgeweitet werden.
Beispiel Scheiblingstein
Ein aktuelles Projekt im Stadtgebiet ist Scheiblingstein. Im Zuge des Ausbaus der Schmutzwasserkanalisation wird dort ein umfassender Regenwasserplan für das gesamte Siedlungsgebiet erstellt. Geplant sind neben einer neuen Oberflächenentwässerung auch Maßnahmen zur verbesserten Versickerung; Details zu Umfang und Zeitplan nennt die Mitteilung nicht.
- Versickerungsfähige Stellplätze: Reduzieren Oberflächenabfluss, ermöglichen Grundwassernachschub.
- Baumpflanzungen und Baumscheiben: Schaffen Schatten, senken Temperaturen lokal.
- Begrünte Wartehäuschen und Blühflächen: Fördern Biodiversität und Aufenthaltsqualität.
| Maßnahme | Beispiel | Erwartete Wirkung |
|---|---|---|
| Entsiegelung | Rasensteine Parkplatz Gemeindeamt | Mehr Versickerung, weniger Aufheizung |
| Baumpflanzung | Hauptplatz | Schatten, Luftkühlung |
| Regenwasserplanung | Scheiblingstein | Gezielte Entwässerung, Hochwasservorsorge |
Landesweit existieren dem Bericht zufolge bereits rund 40 Projekte mit dem NÖ Bodenbonus, und mehr als 100 Gemeinden wurden beraten. Klosterneuburg hat das Instrument bislang noch nicht in Anspruch genommen, sieht es aber als sinnvolle Ergänzung für künftige Vorhaben, sofern die Vorhaben den Förderkriterien entsprechen.
Für Bewohnerinnen und Bewohner von Klosterneuburg bedeutet das konkret: Anwohner können künftig in betroffenen Straßen mit verstärkten Bau- und Begrünungsmaßnahmen rechnen, Parkplätze und Gehwege können andere Materialien erhalten und bei Sanierungen wird verstärkt auf Versickerung und Bepflanzung geachtet. Das kann kurzfristig zu Baustellen und Verkehrsänderungen führen, langfristig aber die Hitzebelastung reduzieren und die städtische Umweltqualität verbessern.
Die Verwaltung kündigte an, neue Projekte künftig frühzeitig auf Fördermöglichkeiten zu prüfen und bereits beschlossene Maßnahmen weiterzuführen. Detaillierte Zeitpläne, Kosten oder verbindliche Pflanzzahlen wurden in der Meldung nicht genannt.