Zwentendorf: Industriebau als Bühne für Klang und Mediengeschichte
Am 21. und 22. August 2026 feiert das IMA – Institut für Medienarchäologie sein 20-jähriges Bestehen mit dem Projekt "IMA 20+" im ehemaligen AKW Zwentendorf. Das stillgelegte Kraftwerk an der Donau wird an diesen beiden Tagen zum begehbaren Kunst-, Klang- und Erfahrungsraum und bietet ein kombiniertes Programm aus geführtem Kunstparcours und Konzertinstallationen.
Die Veranstaltung versteht sich als Verknüpfung von historischen Medientechnologien, gegenwärtigen digitalen Kontrollsystemen und möglichen Zukunftsszenarien. Ausgangspunkt ist eine fiktionale Erzählung: Die RV IMA, ein fiktives Forschungsschiff, strandet nach einem Unfall und einem Zeitsprung im Jahr 2026 vor dem Kraftwerk Zwentendorf. Die beschädigte Schiffs-KI TIM kann nur mit Hilfe einer seit 1996 verschwundenen Sprechmaschine repariert werden. Diese narrative Ebene dient als Aufhänger für die einzelnen Stationen des Kunstparcours.
Parcours, Klanginstallationen und meditative Hörsituationen
Der von Klaudia Zotzmann-Koch konzipierte Kunstparcours führt Besucherinnen und Besucher in Gruppen von maximal 25 Personen durch das Gebäude. Die Teilnehmerinnen erwarten mehrere Stationen, die zwischen Vergangenheit und Zukunft vermitteln. Es gibt zwei unterschiedliche Parcourswege, die wechselnde Perspektiven auf die Geschichte und den Ort erlauben.
- Kunstparcours: geführte Tour in Gruppen (max. 25 Personen); zwei verschiedene Wege
- Jetsun Mila: meditative Klanginstallation von Éliane Radigue im Kühlturm – neun Epochen aus der Lebenswelt des Yogi Milarepa
- Massive Sounds: Konzerte des Wiener Akusmoniums in der Alten Werkstätte mit elektroakustischer und akusmatischer Musik
Die Aufführung von "Jetsun Mila" ist an beiden Abenden ohne Eintritt zugänglich. Für die Aufführung im Kühlturm wurde eine besondere Hörsituation geplant: Liegestühle und die spezielle Akustik des Bauwerks sollen das Hörerlebnis prägen. In der Alten Werkstätte präsentiert das Wiener Akusmonium räumliche Klangerlebnisse, die elektroakustische und akusmatische Musik miteinander verbinden.
Bedeutung für den Bezirk
Das Projekt rückt das markante Bauwerk in Zwentendorf temporär in den Fokus kultureller Nutzungen. Für die Bevölkerung im Bezirk bedeutet das einerseits eine einmalige Gelegenheit, das Kraftwerk als Veranstaltungsort zu erleben; andererseits kann die Auseinandersetzung mit historischen Medientechniken und Zukunftsszenarien lokale Diskussionen über Technikgeschichte, Erinnerung und kulturelle Nutzung von Industriearchitektur anstoßen.
| Datum | Ort | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| 21. & 22. August 2026 | Zwentendorf, AKW | Kunstparcours, Klanginstallationen, Konzerte |
Konkrete Informationen zu Zugangsregelungen, Anreise und Sicherheitsvorgaben sind in der Ankündigung nicht enthalten. Besucherinnen und Besucher sollten daher vorab prüfen, ob es gesonderte Hinweise zur Teilnahme an den geführten Parcoursgruppen gibt. Die Gruppengröße von bis zu 25 Personen legt nahe, dass die Führungen limitiert sein könnten.
Insgesamt zeigt IMA 20+, wie kulturelle Projekte industrielle Relikte in neue Nutzungskontexte überführen können. Für Zwentendorf bietet das Programm eine außergewöhnliche Kombination aus künstlerischer Reflektion und hörbarer Erfahrung in einem weithin sichtbaren Bauwerk.