Planungsunsicherheit belastet Pflegeversorgung in Tulln
Das ehemalige Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) Tulln steht weiterhin leer, das bestehende Gebäude muss abgerissen werden. Über ein Jahr nach der geordneten Übersiedlung der Bewohnerinnen und Bewohner in Ausweichquartiere ist zwar klar, dass an der bisherigen Liegenschaft kein Weiterbetrieb möglich ist – der konkrete Standort für den Neubau ist jedoch noch nicht fixiert. Damit bleibt die Planung für das Projekt in einer vorläufigen, entwickelnden Phase.
Was bisher geschehen ist
Die Entscheidung, das Haus zu räumen, fiel nach den starken Wasserereignissen im September 2024. Besonders das Grundwasser im Tullnerfeld hatte erhebliche Probleme verursacht. Im März 2025 zogen die Verantwortlichen die Konsequenzen: Die notwendigen Bau- und Sanierungsarbeiten seien während des Betriebs nicht durchführbar, weshalb der Schritt zur Übersiedlung unternommen wurde. Seit Juni des Vorjahres wurden die Bewohnerinnen und Bewohner etappenweise in mehrere Einrichtungen verlegt.
- Ausweichstandorte: Weißen Hof in Kritzendorf, Kliniken in Klosterneuburg und Tulln, sowie das PBZ Korneuburg.
- Gebäude am ursprünglichen Standort ist leer und soll abgerissen werden.
- Konkreter Platz für den Neubau: noch nicht bestimmt; Projekt weiterhin in Entwicklungsphase.
Bedeutung für Betroffene und Angehörige
Für die Betroffenen und ihre Angehörigen bedeutet die anhaltende Unklarheit zusätzliche Belastung. Eine verlässliche Information über den künftigen Standort ist nicht nur aus organisatorischer Sicht wichtig, sondern auch für die Frage der Anreise, Besuchsmöglichkeiten und der Einbindung in lokal verfügbare Dienste. Solange der Standort offen bleibt, sind Perspektiven für Rückkehr oder dauerhafte Verlegung ungewiss.
Zeitleiste und Status
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| September 2024 | Schwere Wasserereignisse; Grundwasserprobleme im Tullnerfeld |
| März 2025 | Entscheidung: laufender Betrieb nicht mehr möglich; Neubau erforderlich |
| Ab Juni 2025 | Schrittweise Übersiedlung der Bewohner in Ausweichquartiere |
| Juli 2026 | Gebäude leer; Standort für Neubau noch nicht fix |
Konkrete Angaben zu Kosten, Zeitplänen oder möglichen Alternativstandorten wurden bislang nicht kommuniziert. Solche Details sind jedoch zentral für die Planungssicherheit – sowohl für die Trägerorganisation als auch für politische Entscheidungsträger und die Bevölkerung.
Ausblick und offene Fragen
Wesentliche Fragen bleiben offen: Wer trägt die Verantwortung für die Standortsuche und wie wird die Entscheidung getroffen? Welche Kriterien (Bodenverhältnisse, Erreichbarkeit, Anbindung an medizinische Infrastruktur) gelten bei der Suche nach einem Neubauplatz? Und wie lange bleiben die Bewohnerinnen und Bewohner in den derzeitigen Ausweichquartieren?
Solange die Projektplanung nicht konkretisiert wird, bleibt die pflegerische Versorgung der bisherigen PBZ-Bewohnerinnen und Bewohner auf den ausgelagerten Einrichtungen angewiesen. Für die Bevölkerung im Bezirk Tulln ist es wichtig, dass die zuständigen Stellen transparent über zeitliche Abläufe und Entscheidungsgrundlagen informieren, damit Angehörige und Betroffene ihre Planung anpassen können.