Wasserstand bleibt auf niedrigem Niveau
Der Neusiedler See befindet sich derzeit im Niederwasserbereich. Am Dienstag wurde ein Pegelstand von 115,1 Meter über Adria gemessen. Das sind nur noch zwölf Zentimeter über dem seit 1965 registrierten Tiefststand aus dem Jahr 2022.
Behördenbewertung und kurzfristige Aussichten
Bei der jüngsten Sitzung der Wasserstandskommission wurde die Lage als angespannt, aber noch nicht problematisch eingeschätzt. Das zuständige Hauptreferat Wasserwirtschaft steht in regelmäßigem Austausch mit der Geosphere Austria, um die Entwicklung fortlaufend zu bewerten. Kurzfristig ist laut Messprognosen mit einer leichten Abkühlung nach den Temperaturspitzen am Dienstag und Mittwoch zu rechnen; ob diese Wetteränderung mit Niederschlägen verbunden ist, ist jedoch noch ungewiss.
„Auch für die Fische sei die Situation noch nicht kritisch“, hieß es am Dienstag zur APA.
Konkrete Zahlen und Vergleichswerte
Für Bewohnerinnen und Besucherinnen des Bezirks sind die folgenden Werte relevant:
- Aktueller Pegel: 115,1 m über Adria
- Tiefststand 2022: 114,98 m über Adria
- Abstand zum mittleren Pegel: 34 cm
- Abstand zum Vorjahreswert: 24 cm
| Messwert | Höhe (m ü. Adria) / Differenz |
|---|---|
| Aktueller Pegel | 115,1 m |
| Tiefststand (2022) | 114,98 m |
| Abstand zum mittleren Wasserstand | 34 cm |
| Abstand zum Vorjahreswert | 24 cm |
Was bedeutet das für den Bezirk?
Für den lokalen Tourismus und die Freizeitnutzung sind die aktuellen Pegel besonders relevant: Die Behörden betonen, dass Schifffahrt und Badesport vorerst möglich bleiben. Betreiber von Bootsverleihen, Häfen und Strandbädern sollten dennoch auf mögliche kurzfristige Einschränkungen vorbereitet sein, etwa flachere Einfahrten, veränderte Liegebedingungen oder temporäre Anpassungen bei Fahrtrouten.
Für die Fischerei ist die Situation laut Aussagen der Expertinnen und Experten derzeit noch nicht akut bedrohlich, dennoch erfordern anhaltende Trockenperioden eine fortlaufende Beobachtung des Sauerstoffgehalts und der Wassertemperatur, da diese Parameter bei länger anhaltendem Niederwasser rasch kritisch werden können.
Die Entwicklung in den kommenden Tagen hängt wesentlich von der Niederschlagslage ab. Sollte die angekündigte Abkühlung ohne Niederschlag eintreten, würde das keinen wesentlichen Beitrag zur Entspannung der Lage leisten. Lokale Nutzerinnen und Nutzer des Sees sowie betroffene Betriebe werden deshalb gebeten, aktuelle Meldungen der Wasserstandskommission und des Hauptreferats Wasserwirtschaft zu beachten.
Die Wasserstandskommission trifft sich weiterhin regelmäßig; Bürgerinnen und Bürger können mit kurzfristigen Aktualisierungen rechnen, falls sich die Situation verändert.