Wasserstand alarmierend niedrig
Die anhaltenden hohen Temperaturen und die ausgebliebene Niederschläge haben die Thaya in Teilen des Bezirks an die Grenze des ökologisch Verträglichen gebracht. Fachleute berichten, dass die aktuellen Durchflussmengen stellenweise nur noch etwa 10 Prozent des erforderlichen Wertes erreichen. Das hat unmittelbare Folgen für die Gewässerökologie, die Fischbestände und die Wasserqualität.
Konkrete Messwerte aus dem Fluss
Nach Angaben der örtlichen Fischereiaufsicht liegen die erforderlichen Mindestdurchflusswerte bei rund 1,18 Kubikmeter pro Sekunde. Gemessen wurde zuletzt jedoch lediglich 0,121 Kubikmeter pro Sekunde, also knapp über einem Zehntel dieses Mindestwerts. Diese Daten beziehen sich auf Messpunkte nach dem Zusammenfluss der Deutschen und der Mährischen Thaya.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Mindestdurchfluss (ökologisch nötig) | 1,18 m³/s |
| Aktueller gemessener Durchfluss | 0,121 m³/s |
Fachliche Einschätzung und Forderungen
Reinhard Bentz, der örtliche Fischereiaufsichtsbeamte, bezeichnet die Lage als außergewöhnlich kritisch. Er mahnt, dass neben dem geringen Volumen auch der Wegfall alter Wehrstrukturen die Wassertiefe weiter reduziert. Vor diesem Hintergrund fordert Bentz die Behörden auf, verbindliche Regeln für die Verteilung des wenigen verfügbaren Wassers zu erlassen, um die ökologisch nötigen Restwasserabgaben sicherzustellen.
„Wir hatten noch nie so geringe Durchflussmengen wie jetzt.“ — Reinhard Bentz, Fischereiaufsicht
Auswirkungen für die Region
Ein derart reduzierter Abfluss stellt mehrere Probleme dar:
- Sinkende Sauerstoffwerte und steigende Wassertemperaturen können zu Fischsterben führen.
- Geringere Wassermengen verschlechtern die Selbstreinigungskraft des Flusses, was die Wasserqualität vermindert.
- Längere Niedrigwasserphasen erhöhen die Anfälligkeit gegenüber Schadstoffeinträgen und Algenblüten.
Was bedeutet das für Anrainer und Behörden?
Für Anrainer entlang der Thaya heißt das: erhöhte Vorsicht bei Nutzungen, die zusätzlichen Wasserentzug verursachen (z. B. Bewässerung, industrielle Entnahmen). Behörden sind gefordert, die Situation zu überwachen und gegebenenfalls temporäre Einschränkungen bei Wasserentnahmen anzuordnen sowie Prioritäten bei der Wassernutzung zu regeln. Konkrete Maßnahmen könnten geregelte Aufteilungen des geringen Wasservolumens, Notabgaben für ökologisch besonders wichtige Flussabschnitte und verstärkte Kontrollen sein.
Die Entwicklung der nächsten Wochen entscheidet darüber, ob die Thaya sich rasch erholt oder längerfristige Schäden für Flora und Fauna drohen. Eine enge Abstimmung zwischen Gemeinden, Gewässerbehörden und Fischereiverantwortlichen bleibt jetzt unerlässlich.