Probleme bei Platzierung von Rollstuhlfahrern und Begleitpersonen
Beim erwarteten Freundschaftsspiel zwischen Real Madrid und AC Florenz am 1. August im Klagenfurter Wörthersee Stadion sind nach dem Verkaufsstart binnen vier Stunden rund 24.000 Karten vergriffen gewesen. Unter den Ticketkäufern ist eine Familie in Klagenfurt, die nun vor organisatorischen Hürden steht: Die Mutter, Laura Gentile‑Zube, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wollte mit einer Begleitperson und ihrem zehnjährigen Stiefsohn das Spiel besuchen. Die gewünschte gemeinsame Sitzplatzlösung konnte beim Ticketkauf nicht zugesagt werden.
Was die Familie berichtet
Die ursprünglich geplante Lösung war, ein Rollstuhlticket mit einer Begleitperson sowie ein weiteres Ticket für den Stiefsohn zu erwerben, damit alle zusammen sitzen können. Auf Nachfrage am Telefon wurde der Familie jedoch mitgeteilt, dass die Mitnahme des Kindes auf der Rollstuhlrampe nicht garantiert werden könne. In der Folge entschied man sich, die Rollstuhlplatzkarte mit Begleitperson sowie zwei reguläre Plätze für den Mann und den Stiefsohn zu kaufen. Das Ergebnis: die Mutter sitzt auf der Rollstuhltribüne, Mann und Kind auf regulären Plätzen.
„Ich kann ihn natürlich nicht ohne Aufsicht alleine lassen, er ist zehn Jahre alt“,
so die Betroffene zur zwingenden Notwendigkeit einer Begleitung. Sie empfindet es als unbefriedigende Lösung, dass der Familienbesuch räumlich getrennt stattfinden muss.
Konkrete Fragen an Veranstalter und Stadionbetreiber
- Gibt es verbindliche Vorgaben zur Anzahl und Platzierung von Begleitpersonen bei Rollstuhlplätzen im Wörthersee Stadion?
- Welche Reservierungs- oder Umbuchungsmöglichkeiten bestehen bei hoher Nachfrage, damit Familien zusammen sitzen können?
- Wie werden Besucher*innen mit Kindern und Mobilitätseinschränkungen im Ticketing-Prozess informiert und unterstützt?
Diese Fragen sind für Betroffene in Klagenfurt nicht nur abstrakt: Sie betreffen die Teilhabe an einem Großereignis und die praktische Durchführung eines familiären Ausflugs. Auch aus Sicht der Veranstaltungsplanung sind klare Regelungen wichtig, um kurzfristige, emotionale Lösungen zu vermeiden.
Was bisher bekannt ist
| Datum des Spiels | 1. August |
|---|---|
| Ort | Wörthersee Stadion, Klagenfurt |
| Verkaufsergebnis (nach Start) | 24.000 Karten in 4 Stunden |
| Betroffene | Laura Gentile‑Zube (Rollstuhlnutzerin), Ehemann, zehnjähriger Stiefsohn |
Die hier dokumentierte Schilderung stammt aus dem direkten Erlebnis der Betroffenen beim Ticketkauf. Es ist unklar, ob Veranstalter oder Stadionbetreiber eine Auskunft zu konkreten Kapazitäten für zusätzliche Begleitpersonen oder alternative Sitzplatzlösungen gegeben haben. Die Möglichkeit einer weiteren Begleitperson auf der Rampe wurde zwar als offen beschrieben, eine verbindliche Zuordnung für die Familie war aber offenbar nicht möglich.
Folgen für Klagenfurt und mögliche nächste Schritte
Für Klagenfurt als Austragungsort internationaler Veranstaltungen ist es wichtig, dass Barrierefreiheit nicht nur auf dem Papier besteht, sondern praktisch umgesetzt wird. Wenn Familien mit mobilitätseingeschränkten Mitgliedern bei der Platzvergabe getrennt werden müssen, kann das zu Frust und Ausfällen bei Besucherzahlen führen. Veranstalter, Stadionbetreiber und städtische Stellen sind gefordert, klare Informations- und Buchungsprozesse bereitzustellen.
Betroffene sollten beim Ticketerwerb konkret nachweisen können, wie viele Begleitpersonen nötig sind und welche Optionen es bei hoher Nachfrage gibt. Veranstalter wiederum sollten auf ihrer Website und beim Kundendienst Standardinformationen zu Sitzplätzen für Rollstuhlfahrer, Begleitpersonen und Minderjährige bereitstellen und, wo möglich, Lösungen zur gemeinsamen Platzierung anbieten.
Für Zuschauerinnen und Zuschauer in Klagenfurt bedeutet dieser Vorfall: Vor dem Kauf genau nachfragen, sich gegebenenfalls schriftlich bestätigen lassen, wie Begleitpersonen geregelt sind, und im Zweifel frühzeitig den Kundendienst oder die Veranstaltungsleitung kontaktieren, um Missverständnisse zu vermeiden.