Entsorgungswirtschaft fordert konkrete Schritte gegen Batteriebrände
Nach einem aktuellen Treffen im Umweltministerium verlangt die Entsorgungsbranche rasches Handeln gegen die Zunahme von Bränden, die durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus ausgelöst werden. Im Mittelpunkt der Forderungen steht ein geplantes Cash-back-System zur attraktiveren Rücknahme ausgedienter Akkus sowie die Einrichtung eines präventiven Fonds.
Die Debatte ist nicht abstrakt: Ein Brand im Altstoff-Sammelzentrum Feldkirch im März 2024 und ein Vorfall in Götzis im August 2025, ausgelöst durch eine im Papiermüll liegende Batterie, zeigen die lokalen Risiken. Vertreterinnen und Vertreter aus Abfallwirtschaft, Wirtschaft und Institutionen diskutierten diese Aspekte kürzlich mit Umweltminister Norbert Totschnig.
Reinhard Pierer von Loacker Recycling, der als Bereichsleiter für sonstige Wertstoffe und Vorstandsmitglied des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) in die Beratungen eingebunden war, betonte, dass es Fortschritte gebe: Untersuchungen der Montanuniversität Leoben seien dem Ministerium übermittelt worden, und das Thema Einweg-Vapes werde legislativen Maßnahmen gegenübergestellt.
„Also erstens einmal gab es eine Studie der Montanuniversität Leoben, deren Ergebnis dem Bundesministerium mitgeteilt und am runden Tisch besprochen wurde. Zweitens wurde auch mit 2027 das Verbot für E-Vapes bekanntgegeben. Und unser Vorschlag aus der Entsorgungswirtschaft eines Cash-back-Systems für die Rückgabe von Lithium-Ionen-Akkus wird vorangetrieben.“
Die Entsorgungswirtschaft sieht in mehreren Maßnahmen eine Kombination aus Prävention und Anreizen als zielführend:
- Ein Cash-back-System für private Rückgaben von Lithium-Ionen-Akkus, um unsachgemäße Entsorgung weniger attraktiv zu machen.
- Ein Fonds zur Finanzierung von Präventivmaßnahmen und zusätzlicher Sicherheitsinfrastruktur in Sammelzentren.
- Fortgesetzte Informations- und Aufklärungskampagnen wie die Initiative „her mit leer“.
Für Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk Feldkirch bedeuten diese Vorschläge konkret: bessere Abgabemöglichkeiten für Batterien, finanzielle Anreize, die unsichere Entsorgung verhindern sollen, sowie mögliche Unterstützungsleistungen für Sammelstellen, damit diese Brandschutzmaßnahmen umsetzen können. Betreiber von Sammelstellen könnten kurzfristig von Mitteln aus einem Fonds profitieren, um etwa zusätzliche Löschvorrichtungen oder getrennte Lagerung zu finanzieren.
Die Montanuniversität-Leoben-Studie wird von den Beteiligten als wissenschaftliche Grundlage hervorgehoben. Laut Pierer liegt aus der Entsorgungswirtschaft ein ausgereiftes Projekt vor, das bereits auf Basis dieser Studie konkretisiert worden sei und nun umgesetzt werden könnte.
Damit verbunden sind praktische Fragen für Haushalte: Akkus sollten möglichst nicht im Rest- oder Papiermüll landen, sondern zu Sammelstellen oder Rücknahmestellen gebracht werden. Welche Rückgabepunkte in Feldkirch künftig ein Cash-back anbieten würden und ab wann eine solche Regelung greifen könnte, blieb beim Treffen offen; die Entsorgungswirtschaft drängt jedoch auf rasche Umsetzung.
| Datum / Jahr | Ereignis |
|---|---|
| März 2024 | Brand im Altstoff-Sammelzentrum Feldkirch |
| August 2025 | Brand bei Loacker in Götzis durch Batterie im Papiermüll |
| Juli 2026 | Runder Tisch im Umweltministerium zu Batteriebränden |
| 2027 | Angekündigtes Verbot für Einweg-Vapes |
Für politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger im Land bedeutet die Debatte eine Abwägung zwischen regulativen Maßnahmen und finanziellen Anreizen. Für die Bevölkerung im Bezirk Feldkirch ist relevant, dass zukünftige Maßnahmen das Ziel verfolgen, die Sicherheit in Sammelstellen zu erhöhen und Haushalte zu motivieren, gebrauchte Akkus sicher zu entsorgen.