Die Bauarbeiten am Feldkircher Stadttunnel gelten als eines der größten und zugleich kontroversesten Vorhaben im Bundesland. Nach einem von der UVP-Behörde verhängten Baustopp, der später als gesetzwidrig beurteilt wurde, berichten die Projektverantwortlichen, dass ein Teil des entstandenen Zeitverlustes bereits wieder eingeholt worden sei. Als verbindliches Ziel gilt weiterhin die Fertigstellung bis 2030.
Stand der Arbeiten und Zeitplan
Projektleiter Bernhard Braza betont gegenüber ORF Vorarlberg, dass trotz der Unterbrechungen Fortschritte erzielt worden seien. Konkrete Bauabschnitte wie der noch im Herbst beginnende unterirdische Kreisverkehr stehen bevor; die Baustelle ist als die größte im Land beschrieben worden.
"Trotz des Baustopps ist es uns gelungen einen Teil dieses Zeitverlustes wieder aufzuholen", sagt Projektleiter Bernhard Braza.
Warum der Tunnel umstritten ist
Der geplante Stadttunnel, den Gegnerinnen und Gegner mit dem Begriff "Tunnelspinne" versehen, soll die Verbindungen zwischen Innenstadt und Autobahn verkürzen und unter anderem die Ortsteile Tisis und Tosters entlasten. Befürworter erwarten eine Entspannung der Verkehrssituation auf der Liechtensteiner Straße und an der Bärenkreuzung. Kritiker fürchten hingegen, dass der Tunnel zusätzlichen Schwerverkehr anziehen könnte und sehen mögliche negative Folgen für Umwelt und Lebensqualität.
Umweltauflagen und rechtliche Schritte
Der Bau wurde von zahlreichen Auflagen begleitet, vor allem im Bereich Gewässer-, Lärm- und Luftqualitätsschutz. Frühere Einsprüche gegen das Projekt blieben erfolglos; ein von der UVP-Behörde verhängter Baustopp wurde im Nachhinein als gesetzeswidrig beurteilt, dürfte aber den Bauablauf verzögert haben.
- Ziel-Fertigstellung: 2030
- Charakter: vierastiger Stadttunnel
- Beteiligte Regionen: Innenstadt, Liechtensteiner Straße, Tisis, Tosters
| Aspekt | Stand / Information |
|---|---|
| Fertigstellungsjahr | 2030 |
| Bauverzögerung | Baustopp durch UVP-Behörde (später als gesetzwidrig beurteilt) |
| Umweltauflagen | Gewässer-, Lärm- und Luftqualitätsschutz |
Für Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk Feldkirch bedeuten diese Entwicklungen konkret: anhaltende Bautätigkeit in der Stadt, mögliche veränderte Verkehrsflüsse während der Bauphasen und längerfristig potenzielle Erleichterungen im Verkehr zwischen Innenstadt und Autobahn. Welche Effekte sich tatsächlich einstellen, hängt einerseits von der Einhaltung der Umweltauflagen ab, andererseits von konkreten Verkehrssteuerungsmaßnahmen nach Fertigstellung.
Die Debatte um den Stadttunnel bleibt auch deshalb aktuell, weil Infrastrukturprojekte dieser Größe lokale Lebensverhältnisse dauerhaft prägen. Solange noch offene Fragen zu Verkehrslenkung, Emissionen und Anwohnerbelastungen bestehen, ist mit weiterer kontroverser Begleitung durch Bürgerinitiativen und fachliche Begutachtungen zu rechnen. Die Projektleitung steht nun in der Verantwortung, die eingegangenen Auflagen zu erfüllen und den Zeitplan bis 2030 bestmöglich einzuhalten.