Internationale Ensembles und Workshops im Kristallwerk
Die 35. Ausgabe der Bühnenwerkstatt hat am Dienstag im Kristallwerk in Graz begonnen. Das Festival versammelt heuer wieder Ensembles und Choreografen aus dem Ausland, die neben Aufführungen auch in der Arbeit mit Nachwuchstänzerinnen und -tänzern eingebunden sind. Gezeigt werden Performances in unterschiedlichsten Formen des zeitgenössischen Tanzes; das Programm läuft bis zum 21. Juli.
Zur Eröffnung präsentierte die russisch-ukrainisch geprägte Produktion „Die Wolke“ von Elizaveta Poliakova eine Traumsequenz ohne Worte, die das Publikum in eine atmosphärische Szenerie eintauchen ließ. Ebenfalls im Programm ist das Stück „Terminal“ des Kosovo National Ballets, das thematisch einen Verkehrsknotenpunkt beleuchtet — einen Ort von Aufbruch, Warten und Begegnungen.
„Wir holen internationale Kompanien und Choreografen heran, die einerseits hier ihre Kunst zeigen, im Rahmen des Festivals aber in der Bühnenwerkstatt auch mit den jungen Tänzerinnen arbeiten“, so Organisatorin Ursula Gigler-Gausterer.
Der künstlerische Ansatz der Bühnenwerkstatt verbindet Präsentation und Vermittlung: Neben reinen Aufführungen finden Workshops statt, in denen Profis direkt mit lokalen und überregionalen Talenten arbeiten. Das Ziel ist, das künstlerische Niveau zu bündeln und zugleich jungen Akteurinnen Perspektiven zu eröffnen.
- Ort: Kristallwerk, Graz
- Zeitraum: bis 21. Juli
- Highlights: „Die Wolke“ (Elizaveta Poliakova), „Terminal“ (Kosovo National Ballet), Werke von Xianghui Zeng
Bedeutung für die lokale Tanzszene
Für Graz bedeutet die Bühnenwerkstatt eine konzentrierte Sichtbarkeit des zeitgenössischen Tanzes: Internationale Gäste bringen neue Impulse, während die Workshops lokale Strukturen stärken. In Zeiten knapper Fördermittel und enger Spielpläne schafft das Festival einen temporären Raum für Austausch, Netzwerkbildung und künstlerische Entwicklung.
Sead Vuniqi vom Kosovo National Ballet, das mit „Terminal" vertreten ist, beschrieb die Arbeit an dieser Choreografie als Balance zwischen technischer Präzision und körperlicher Authentizität: „Wenn du ein Artist bist, du probierst das so gut zu machen. Du musst mit deinem Herz und dem gesamten Körper den Tanz machen.“ Diese Betonung von Körperlichkeit und Präsenz passt zum Anliegen der Bühnenwerkstatt, die neben formaler Qualität auch die sinnliche Wirkung von Tanz in den Mittelpunkt stellt.
| Veranstaltung | Stück/Ensemble | Ort | Datum |
|---|---|---|---|
| Eröffnungsperformance | „Die Wolke“ – Elizaveta Poliakova | Kristallwerk | Eröffnungstag, laufendes Festival |
| Festivalbeitrag | „Terminal“ – Kosovo National Ballet | Kristallwerk | bis 21. Juli |
Die Bühnenwerkstatt will das Publikum anregen, neue Formen des Tanzes zu entdecken, ohne die klassische Technik außer Acht zu lassen: Die Veranstalterinnen betonen sowohl künstlerische Qualität als auch gemeinschaftliche Erfahrungsräume, die beim Publikum ebenso wie bei den beteiligten Künstlerinnen Resonanz finden sollen.
Für Interessierte empfiehlt sich ein Blick auf das detaillierte Programm der Bühnenwerkstatt, um Aufführungen und Workshop-Angebote zeitlich zu koordinieren. Das Festival bietet sowohl Gelegenheiten für Konzertbesuche als auch für die direkte künstlerische Teilnahme — ein Angebot, das Graz als kulturellen Standort stärkt.