Neue Geschäftsführung will Auslastung und Einnahmen steigern
Das Montforthaus in Feldkirch steht vor einem strategischen Neustart: Seit April leitet Stefanie Thurner das Haus. Die Stadt, als Trägerin des Hauses, erwartet von der neuen Geschäftsführung vor allem eine bessere Vermarktung und eine dauerhafte Reduktion der finanziellen Defizite. Die wirtschaftliche Lage des Hauses hat in den letzten Jahren deutlich unter den Folgen der Pandemie gelitten und führte zuletzt zu hohen städtischen Zuschüssen.
„Das Haus ist für mich kein unbekanntes“
Thurner sieht in der bestehenden Infrastruktur und der flexiblen Nutzung des Hauses gute Voraussetzungen, um das Montforthaus verstärkt als Tagungs- und Kongressstandort zu positionieren. Als Vorteile nennt sie die Lage in der Vierländerregion mit Liechtenstein, der Ostschweiz und Süddeutschland, das industrielle Umfeld Vorarlbergs sowie die Nähe zum Flughafen Zürich. Ergänzend bringt sie Erfahrung mit Veranstaltungen wie Firmenkongressen und Galas ein.
Finanzlage: Rückgang, aber noch erhebliche Abgänge
Die jüngsten Zahlen zeigen, wie groß die Herausforderung ist: Im vergangenen Jahr verzeichnete das Montforthaus einen Abgang von rund 3,3 Millionen Euro. Für das laufende Jahr werden laut Stadt etwa 2,8 Millionen Euro erwartet. Bürgermeister Manfred Rädler (ÖVP) sieht dies als Folge der pandemiebedingten Stillstände, betont aber, dass nun ein Weg zur Erholung begonnen habe.
| Jahr | Verlust / erwarteter Abgang |
|---|---|
| letztes Jahr | ~3,3 Mio. € |
| aktuell (Erwartung) | ~2,8 Mio. € |
Strategische Ausrichtung und mögliche Formate
Zur Strategie gehört, das Gebäude nicht nur für klassische Kongresse zu verwenden, sondern auch neue Formate zu entwickeln. Thurner nennt unter anderem Kooperationen mit dem Alten Hallenbad: Denkbar seien etwa Tagungen, festliche Anlässe oder Gastronomieformate, die den Standort und die Aufenthaltsqualität für Besucherinnen und Besucher verbessern. Wichtig ist dabei, dass technische Ausstattung und Raumflexibilität des Montforthauses dafür tauglich sind.
- Fokus: Kongresse, Tagungen, Firmenveranstaltungen
- Kooperationen: Nutzung angrenzender Räume (z. B. Altes Hallenbad)
- Ziel: bessere Auslastung und mittelfristig geringere städtische Zuschüsse
Für die Stadt Feldkirch stellt sich damit die Frage, wie rasch sich die Neuausrichtung in sinkenden Abgängen und einer stabileren Budgetlage niederschlägt. Die nächsten Schritte werden vor allem von der erfolgreichem Akquise von Veranstaltern und der Auslastung in den kommenden Monaten abhängen. Eine höhere Zahl an Kongressen könnte nicht nur die direkten Einnahmen verbessern, sondern auch zusätzliche Effekte für Hotellerie, Gastronomie und Dienstleister in der Region bringen.
Wie schnell und in welchem Umfang diese Effekte eintreten, wird die konkrete Umsetzung der Vermarktungsstrategie und das Interesse der Zielgruppen in der Vierländerregion entscheiden. Die Stadt hat deutlich gemacht, dass sie von der neuen Geschäftsführung langfristig sinkende Abgänge erwartet.