Schwerer Kletterunfall am Sturzhahn
Am Sonntagvormittag ereignete sich am Sturzhahn auf der Tauplitzalm ein schwerer Kletterunfall. Drei Alpinisten im Alter zwischen 30 und 32 Jahren befanden sich gegen 10:30 Uhr in der letzten Seillänge einer Route im Schwierigkeitsgrad fünf bis sechs, als sich unmittelbar vor dem Gipfel ein Felskopf löste.
Unmittelbare Folgen des Felssturzes
Der 32-jährige Vorsteiger zog sich an dem Felskopf hoch; dieser löste sich plötzlich, woraufhin der Kletterer rund zehn Meter ins Seil stürzte und dabei schwere Verletzungen im Bereich des Fußgelenks erlitt. Ein 30-jähriger Mittelmann, der etwa 20 Meter unterhalb stand, wurde von herabfallendem Schutt getroffen und zog sich Verletzungen unbestimmten Grades im Gesicht zu. Der dritte Kletterer blieb unverletzt und alarmierte die Rettungskräfte.
Großes Rettungsaufgebot mit Hubschraubern und Bergrettung
Die Bergrettung Tauplitz rückte mit zwölf Einsatzkräften sowie mehreren Quads aus. Zur Bergung der Verletzten wurden neben dem Notarzthubschrauber C 99 auch der Rettungshubschrauber C 14 angefordert. Der schwer am Fußverletzte wurde mittels Winde vom Rettungshubschrauber C 14 geborgen; der am Gesicht verletzte Mittelmann wurde per Tau vom Hubschrauber C 99 aus der Felswand gerettet. Beide Verletzten wurden in das Diakonissenkrankenhaus Schladming geflogen. Der unverletzte Kletterer wurde von der Bergrettung sicher ins Tal begleitet.
Konkrete Bedeutung für Bergsportler und Besuchende
Der Vorfall unterstreicht die Risiken selbst bei erfahrenen Seilschaften auf Routen mittleren Schwierigkeitsgrades: Lockere Felsbrocken und unvorhersehbare Ausbrüche können auch in den letzten Seillängen zu schweren Unfällen führen. Für alle, die im Hochgebirge unterwegs sind, hat der Unfall folgende praktische Relevanz:
- Routenwahl und Absicherung: Selbst bei Routen im Bereich fünf bis sechs empfiehlt sich sorgfältige Prüfung von Tritten und Griffen sowie defensive Sicherungsstrategien, insbesondere an exponierten Stellen.
- Ausrüstung und Erste Hilfe: Helm, adäquate Sicherungsgeräte und Kenntnisse in Wund- und Stabilisierungsmaßnahmen können entscheidend sein.
- Notfallplanung: Mobilfunkempfang ist in alpinen Gebieten nicht überall gewährleistet; vereinbarte Treffpunkte und ein klarer Notfallplan mit Kenntnis der nächstgelegenen Rettungsdienste sind ratsam.
Rettungsorganisation im Bezirk zeigte Leistungsfähigkeit
Der Einsatz dokumentiert die Einsatzfähigkeit der regionalen Rettungsstrukturen: Die Kombination aus lokalem Bergrettungsdienst (mit Geländefahrzeugen) und fliegenden Rettungsmitteln ermöglichte die rasche Rettung aus der Wand und den Transport der Verletzten in eine spezialisierte Klinik. Informationen über den weiteren Gesundheitszustand der Verletzten lagen zum Zeitpunkt der Alarmmeldung nicht vor.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Ort | Sturzhahn, Tauplitzalm |
| Uhrzeit | ca. 10:30 Uhr |
| Betroffene | 3 Kletterer (30–32 Jahre): 2 verletzt, 1 unverletzt |
| Rettungsmittel | Bergrettung Tauplitz, Hubschrauber C 99 (Notarzt), C 14 (Winde), Quads |
Für Bergsportler im Bezirk Liezen bleibt der Vorfall eine Mahnung zur Vorsicht: Auch erfahrene Seilschaften können durch plötzliches Ausbrechen von Felssteinen in Lebensgefahr geraten. Die örtlichen Bergrettungsstellen appellieren regelmäßig an sorgsame Risikoeinschätzung und angemessene Schutzausrüstung.