Von mehrtägiger Tagung in Schladming zu einem kompakten Tagesformat in Salzburg
Die seit mehreren Jahren in Schladming stattfindende Treasury and Finance Convention wurde für 2026 in einem neuen, kompakten Tagesformat in Salzburg durchgeführt. Laut Aussagen von Oliver Astl‑Lipusz, Leiter Congress and Event Management bei SLG Treasury, war die «Standortfrage» ausschlaggebend: Für eine eintägige Veranstaltung sei die Anreise nach Schladming aus ganz Österreich zu aufwendig gewesen, weshalb man auf eine zentraler gelegene Stadt umstellte.
Als Veranstaltungsort diente das Kongresscenter Salzburg, das der Veranstalter als passend beschreibt: Es biete genügend Raum für Wachstum, wirke aber nicht anonym wie eine große Messehalle. Die Innenstadtlage – rund zehn Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof und in der Nähe des Mirabellgartens – wurde als praktisch für die Teilnehmenden genannt.
Teilnehmerzahlen und Partner: Kompaktformat übertraf Erwartungen
Das Pilotprojekt in Salzburg zog deutlich mehr Teilnehmer als erwartet an: Am Ende des Tages wurden knapp 180 Besucher gezählt. Zum Vergleich: In Schladming hatte die Veranstaltung im bisherigen Höchststand 35 Partner und Aussteller. Der Veranstalter sieht in Salzburg Potenzial, die Partnerzahlen künftig zu steigern.
- Gründe für die Verlegung: bessere Erreichbarkeit, kürzere Reisezeiten, geeignete Kongressinfrastruktur.
- Auswirkung auf Schladming: geringerer Bedarf an Übernachtungen und damit potenziell weniger Umsatz für Beherbergung und Gastronomie bei eintägigen Formaten.
- Perspektive: SLG Treasury plant für 2027 offenbar eine Rückkehr zu einer mehrtägigen Convention.
„Da kam natürlich als allererstes die Standortfrage.“
Dieses direkte Zitat von Oliver Astl‑Lipusz fasst die entscheidende Überlegung zusammen: Bei einem Eintagesformat ist die Anreisezeit ein zentraler Faktor für die Teilnehmenden. Aus Schladming‑Sicht bedeutet das, dass Veranstalter künftig abwägen, ob gewisse Branchentreffen weiterhin als mehrtägige Tagungen mit Übernachtungsbedarf organisiert oder in kompakter Form an zentraleren Orten stattfinden.
Konkrete Bedeutung für Schladming und den Bezirk Liezen
Die Verlagerung zu einem eintägigen Kompaktformat trifft Schladming an mehreren Stellen: Hotels, Gastronomiebetriebe und Serviceanbieter, die von mehrtägigen Kongressgästen profitierten, können bei solchen Tagesveranstaltungen weniger Umsatz erwarten. Gleichzeitig verliert der Ort eine Sichtbarkeit als Tagungsort für Fachpublikum, was Auswirkungen auf künftige Buchungen und Netzwerkeffekte haben kann.
Andererseits bleibt offen, dass SLG Treasury laut dem Bericht eine Rückkehr zu einem zweitägigen Convention‑Format für 2027 plant. Sollte diese Rückkehr erfolgen, könnte Schladming wieder als Veranstaltungsort in Betracht gezogen werden, vorausgesetzt, die organisatorischen Rahmenbedingungen und Anreisemöglichkeiten entsprechen den Anforderungen der Veranstalter.
| Aspekt | Schladming (bisher) | Salzburg (Kompaktformat) |
|---|---|---|
| Teilnehmer | — (bisher mehrtägig; Peak: Partnerzahl 35) | ~180 Besucher am Veranstaltungstag |
| Erreichbarkeit | längere Anreise aus vielen Regionen | zentrale Lage, Fahrzeiten meist 2–3 Stunden |
| Raumangebot | konferenzfreundlich, mehrtägige Formate möglich | Kongresscenter: ausreichend Platz, persönlichere Atmosphäre |
Für Entscheider in der regionalen Tourismuswirtschaft bleibt die Aufgabe, die Folgen solcher Veranstaltungsverlagerungen zu beobachten und gegebenenfalls neue Konzepte zu entwickeln, um Schladming als attraktiven Tagungsort zu behaupten. Dabei spielen Mobilitätsangebote, Veranstaltungsmarketing und Kooperationen mit Veranstaltern eine Rolle.
Für die Einwohnerinnen und Einwohner des Bezirks Liezen bedeutet dies: Kurzfristig kann es zu weniger Übernachtungen bei eintägigen Branchenevents kommen, mittelfristig besteht jedoch die Möglichkeit, durch gezielte Ansprache von Veranstaltern und durch attraktive Rahmenprogramme die Anziehungskraft Schladmings als Tagungs- und Kongressstandort zu sichern.