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Wien: Stadt streicht Inklusionsprojekt „Pilot“ – Betroffene fürchten Lücken im Übergang in den Arbeitsmarkt

Das vom Fonds Soziales Wien finanzierte Projekt „Pilot“ zur Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigung bei der Jobsuche wurde heuer von der Stadt endgültig eingestellt. Mehr als 500 Petitionsunterzeichnerinnen konnten die Entscheidung nicht verhindern. Betroffene und ehemalige Mitarbeiter sehen Versorgungslücken im Übergang Schule–Beruf.

Wien: Stadt streicht Inklusionsprojekt „Pilot“ – Betroffene fürchten Lücken im Übergang in den Arbeitsmarkt
©Illustration KI Simon Reiter / steirerblatt.at

Stadt Wien beendet Förderung trotz Nachfrage

Das Inklusionsprojekt „Pilot“, das über ein Jahrzehnt vom Fonds Soziales Wien (FSW) finanziert wurde, ist endgültig eingestellt. Die Entscheidung traf der Vorstand von Integration Wien Ende Juni; eine Petition mit über 500 Unterschriften konnte die Einstellung nicht verhindern. Das Projekt hatte laut Angaben in den vergangenen zehn Jahren 33 Personen beraten und begleitet, von denen 11 inzwischen eine Teilzeit- oder geringfügige Beschäftigung gefunden haben.

Warum die Förderung entfällt

Der FSW erklärte, die Entscheidung beruhe auf einer Abwägung von Kosten und Wirksamkeit der einzelnen Projekte. Auf Nachfrage hieß es:

„Diese Entscheidung hat der FSW nicht leichtfertig getroffen. Sie basiert auf einer Gegenüberstellung von Kosten sowie Kennzahlen zur Wirksamkeit der einzelnen Projekte.“

Demnach wurden zwar bis zuletzt Rücklagen eingesetzt, aber es sei nicht gelungen, die langfristig erforderlichen Mittel sicherzustellen. Integration Wien betonte zugleich, dass 14 Projekte der Berufsqualifizierung bzw. Berufsintegration auch 2026 weiterhin gefördert würden.

Betroffene sehen Lücken in der Begleitung

Ehemalige Mitarbeiter und Familien, die den Dienst in Anspruch genommen hatten, kritisieren die Entscheidung. Gerade beim Übergang von der Schule in das Berufsleben bestehe weiterhin großer Bedarf an personenzentrierter Begleitung. Die Erfahrungen aus dem Projekt zeigen: Kontinuierliche, individuelle Unterstützung kann den Einstieg in eine Erwerbstätigkeit erleichtern.

  • 33 Personen wurden in zehn Jahren begleitet;
  • 11 davon fanden eine Teilzeit- oder geringfügige Anstellung;
  • über 500 Menschen unterzeichneten eine Petition für den Fortbestand.

Konkrete Folgen für Wienerinnen und Wiener

Für Betroffene bedeutet die Schließung: weniger niederschwellige Angebote, längere Wartezeiten auf alternative Unterstützungsleistungen und potenziell höhere Belastung der Angehörigen. Für Arbeitgeber entfallen Anlaufstellen, die beim behutsamen Einstieg von Menschen mit Beeinträchtigung in den Betrieb beraten und begleiten können. Das bleibt relevant für Wiener Unternehmen, Schulen und Sozialarbeiter im Übergangsmanagement.

KennzahlWert
Teilnehmende (10 Jahre)33
Vermittelte Anstellungen11
Petitionsunterzeichner500+
Weiter geförderte Projekte 202614

Die Stadtverwaltung und Träger sind nun gefragt, die Lücken zu identifizieren und alternative Angebote beziehungsweise Übergangsmodelle sicherzustellen. Bis dahin bleiben Betroffene und deren Familien mit Unsicherheit über die unmittelbaren Folgen der Streichung konfrontiert.

Simon Reiter
Simon KI Korrespondent in Wien online

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