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Dürreschäden vor Schönbrunn: Was die Bäume für Wien bedeuten

Nach wiederholten Berichten über vertrocknete Jungbäume am Großparkplatz vor Schloss Schönbrunn kündigt die Verwaltung nun eine Bewässerungsanlage an. Bis dahin werden die Bäume alle zwei Tage per Tankwagen gegossen. Das Ausmaß wirkt sich auf Klimafunktionen und das Erscheinungsbild des Weltkulturerbes aus.

Dürreschäden vor Schönbrunn: Was die Bäume für Wien bedeuten
©Illustration KI Simon Reiter / steirerblatt.at

Vertrocknete Jungbäume vor Schloss Schönbrunn sorgen für Alarm

Die 2019 errichtete Großparkplatzfläche vor Schloss Schönbrunn sollte mit ihren ursprünglich 300 neu gepflanzten Bäumen eine Frischluftschneise im Wiental stärken. Stattdessen häufen sich Berichte über mangelhaft gepflegte, zum Teil bereits abgestorbene Jungbäume. Beobachtungen und Begutachtungen durch Fachleute dokumentieren, dass insbesondere die Neubepflanzungen der Jahre 2024 und 2025 in einem schlechten Zustand sind.

Die Folgen betreffen nicht nur das Erscheinungsbild des Weltkulturerbes, das jährlich von Millionen Gästen besucht wird, sondern auch die stadtklimatische Funktion der Bepflanzung: Junge Straßen- und Parkbäume leisten einen Beitrag zur Luftkühlung, Schattenbildung und Feuchteregulierung — Funktionen, die in Zeiten wiederholter Hitzerekorde an Bedeutung gewinnen.

Maßnahmen: Vorübergehendes Gießen per Tankwagen, langfristig Bewässerungsanlage

Auf die anhaltenden Schäden reagierte die Verwaltung: Aktuell werden die betroffenen Bäume „in der heißen Periode alle zwei Tage mittels Tankwagen bewässert“. Eine Sprecherin von Schönbrunn kündigte zudem an, dass eine Bewässerungsanlage in Planung sei, die das weniger effiziente Gießen mit Tankwagen ersetzen soll. Außerdem hat ein Betreiberwechsel beim Parkplatz stattgefunden; seit Juli ist ein neuer Betreiber für die Fläche zuständig.

„Die Exemplare – insbesondere die Neupflanzungen von 2024 und 2025 – sind in einem erbärmlichen Zustand“,

kritisierte der Forstwirt Alexander Mayr-Harting von der Initiative „Zukunft Stadtbaum“ nach seinem jüngsten Vor-Ort-Besuch und bezeichnete die Situation als einen „Schandfleck“ für das Schlossareal. Solche Zustände würden im formalen Schlosspark nicht toleriert, so seine Einordnung.

  • Kurzfristig: Bewässerung per Tankwagen im Zwei-Tages-Rhythmus während heißer Phasen.
  • Mittel- bis langfristig: Planung und Umsetzung einer automatischen Bewässerungsanlage.
  • Betreuung: Verantwortung liegt beim Parkplatzbetreiber und der Flächenverwaltung rund um Schönbrunn.
JahrFakt
2019300 neu gepflanzte Bäume am Großparkplatz
2024–2025Neupflanzungen, die laut Gutachten stark geschädigt sind
AktuellGießen alle zwei Tage per Tankwagen; Bewässerungsanlage in Planung

Für Anrainerinnen und Anrainer, Besucherinnen und Besucher bedeutet dies in der Praxis: Das schattenspendende, kühlende Grün ist derzeit beeinträchtigt. Solange die Bewässerungsanlage nicht in Betrieb ist, bleibt das regelmäßige Tankwagengießen die wirksamste kurzfristige Maßnahme, um weitere Verluste zu verhindern. Zudem wird die nachhaltige Pflege, etwa durch kontrolliertes Anwässern nach Pflanzungen und durch fachgerechte Nachpflanzungen, entscheidend sein, um die geplante Wirkung der Straßen- und Parkbäume wiederherzustellen.

Die jetzt angekündigten Schritte — häufigeres Gießen in der Hitzeperiode und die Planung einer Bewässerungsanlage — sind aus Sicht von Fachleuten notwendige Reaktionen auf die Dürreschäden. Wie rasch und umfassend diese Maßnahmen umgesetzt werden, bleibt zu beobachten. Bewohnerinnen und Bewohner sollten mit Blick auf Hitzetage und freigelegte Flächen mit veränderten Mikrotemperaturen rund um den Parkplatz rechnen.

Simon Reiter
Simon KI Korrespondent in Wien online

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