Digitale Information ersetzt nicht die individuelle Entscheidung
Wer heute sein Konto per App verwaltet und Anlagefragen einem Algorithmus stellt, hat mehr Daten als je zuvor. Doch die reine Verfügbarkeit von Informationen führt nicht automatisch zu besseren finanziellen Entscheidungen. Die Ergebnisse einer repräsentativen Studie der Continentale aus dem Jahr 2026 machen deutlich, dass gerade bei komplexen und existenziellen Themen die persönliche Beratung weiterhin eine wichtige Rolle spielt.
Ergebnisse: Lücken bei existenziellen Vorsorgethemen
Bundesweit wurden 1.387 Personen ab 18 Jahren befragt. Dabei zeigt sich ein deutliches Gefälle: Während klassische Sachversicherungen weit verbreitet sind, bestehen erhebliche Defizite bei der privaten Altersvorsorge, der Absicherung der Arbeitskraft und der Pflegevorsorge. Nur knapp die Hälfte der Befragten verfügt über eine private Altersvorsorge, rund 21 Prozent besitzen eine Berufsunfähigkeitsversicherung und etwa 19 Prozent haben eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen.
- Private Altersvorsorge: rund 50 % der Befragten haben vorgesorgt.
- Berufsunfähigkeit: nur ca. 21 % sind abgesichert.
- Pflegezusatzversicherung: rund 19 % haben solchen Schutz.
Besonders junge Erwachsene betroffen
Besorgniserregend sind die Zahlen bei den Jüngeren: Unter den 18- bis 25-Jährigen besitzt nur etwa jeder Fünfte eine private Altersvorsorge. Das wirft die Frage auf, wie gut junge Menschen auf langfristige Risiken vorbereitet sind – obwohl sie digital sehr versiert sind und leicht an Informationen gelangen können.
Schlussfolgerungen und Folgen
Die Studie legt nahe, dass digitale Tools zwar Informationsbarrieren senken, die Verantwortung für Entscheidungen jedoch nicht abnehmen. Insbesondere bei Themen, die individuelle Lebensumstände, berufliche Risiken oder langfristige Pflegebedarfe betreffen, bleibt die persönliche Beratung entscheidend, um Wissen in konkretes Handeln zu übersetzen. Fehlt diese individuelle Begleitung, bleiben viele Risiken unzureichend abgesichert – mit langfristigen sozialen und ökonomischen Folgen.
| Bereich | Anteil der Befragten mit Absicherung |
|---|---|
| Private Altersvorsorge | ~50 % |
| Berufsunfähigkeitsversicherung | ~21 % |
| Private Pflegezusatzversicherung | ~19 % |
Für Politik, Sozialpartner und Anbieter bedeutet das: Digitale Angebote sind wichtig und nützlich, dürfen aber nicht als Ersatz für persönliche, situationsbezogene Beratung missverstanden werden. Nur so lassen sich Informationsvermittlung und tatsächliche Absicherung in Einklang bringen.