Erhöhter Bedarf in Hitzephasen
Die anhaltende zweite Hitzewelle in Wien führt zu einem spürbaren Mehrverbrauch an Trinkwasser. Statt des üblichen Verbrauchs von rund 400.000 Kubikmetern täglich werden aktuell etwa 500.000 Kubikmeter pro Tag entnommen. Während der ersten Hitzewelle Ende Juni lag der Spitzenwert kurzzeitig bei knapp 600.000 Kubikmetern täglich.
Versorgungslage und laufende Maßnahmen
Die Magistratsabteilung Wiener Wasser (MA 31) stützt sich auf das bestehende Versorgungsnetz und betont, dass die Trinkwasserversorgung derzeit gesichert sei. Um die langfristige Versorgungssicherheit zu erhöhen, verweist die MA 31 auf die Strategie „Wiener Wasser 2050“ mit konkreten Projekten wie Rohrleitungssanierungen und dem Ausbau von Wasserspeichern.
„Einerseits können wir auf das bestehende System zurückgreifen, das sehr viele Wasserressourcen umfasst. Andererseits gibt es auch die Strategie ‚Wiener Wasser 2050‘.“
Speicher und Ausbaupläne
Aktuell verfügt Wien über insgesamt 31 Wasserbehälter, davon 29 im Stadtgebiet. Ein bedeutendes Bauprojekt betrifft einen Großbehälter bei Neusiedl am Steinfeld nahe Wiener Neustadt, der ausgebaut wird: Künftig soll dieser statt 600.000 Kubikmeter ein Volumen von 1.000.000 Kubikmetern fassen. Die Stadt bewertet dieses Vorhaben als Beitrag zu einer „sehr hohen Versorgungssicherheit“.
Vorsorgliche Einschränkungen und Appell
Schon Ende Juni hatte die Stadt vorsorglich wasserintensive Aktivitäten reduziert: Straßenreinigung wurde zeitweise ohne Wasser durchgeführt und die Bewässerung öffentlicher Grünflächen eingeschränkt. Zudem wurden zeitweise Lieferungen an einzelne Umlandgemeinden reduziert, um Reserven in der österreichischen Bundeshauptstadt zu sichern. Wiener Wasser appelliert an die Bevölkerung, weiterhin sorgsam mit Trinkwasser umzugehen.
- Aktueller täglicher Verbrauch: ca. 500.000 m³
- Durchschnittlicher Verbrauch: ca. 400.000 m³
- Spitzenwert Ende Juni: knapp 600.000 m³
- Geplante Speichergröße (Neusiedl): künftig 1.000.000 m³ statt 600.000 m³
Was Wien derzeit beachten muss
Für Wiener Haushalte und Betriebe bedeutet die Lage konkrete Folgen: Bei weiter steigenden Temperaturen oder Niederschlägen, die Quellgebiete betreffen, könnte der Druck auf die Versorgung erneut zunehmen. Die bereits beschlossenen und laufenden Infrastrukturprojekte sind mittel- bis langfristig angelegt; kurzfristig bleiben Verhaltensmaßnahmen der Bevölkerung und gezielte Einschränkungen durch die Stadt mögliche Instrumente.
| Wert | Menge (Kubikmeter/Tag) |
|---|---|
| Durchschnitt | 400.000 |
| Aktuell | 500.000 |
| Spitzenwert Ende Juni | ~600.000 |
Für Wienerinnen und Wiener bleibt wichtig: bewusst und sparsam mit Trinkwasser umgehen, sich über mögliche kommunale Maßnahmen informieren und auf Hinweise der Stadt achten. Die laufenden Investitionen in Speicher und Netzinstandsetzungen sollen die Versorgung zukünftig stabiler machen, kurzfristig gilt es, unnötigen Verbrauch zu vermeiden.