Trockenheit und kurze Schauer erhöhen Brandrisiko
In Wien steigt die Gefahr von Waldbränden deutlich an. Verantwortliche der Magistratsabteilung Forst- und Landwirtschaftsbetrieb (MA 49) weisen darauf hin, dass die Böden nach einem trockenen Frühjahr und nur kurz andauernden Niederschlägen derzeit stark ausgetrocknet sind. Die Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit der Wälder, vor allem der Nadelbestände, aber auch der Laubwälder.
Der hohe Anteil an trockenem Laub, Nadeln und anderem brennbaren Material am Waldboden — die sogenannte Brandlast — kann nach Funkenflug schnell zu großflächigen Bränden führen. Laut der Landesforstinspektion (LFI) ist beispielsweise die gesamte Donauinsel von starker Austrocknung betroffen.
Gefährdete Gebiete und Folgen für Trinkwasser
Nicht nur Forstflächen sind betroffen: Auch wichtige Quellschutzgebiete rund um Wien stehen unter Trockenstress. Zu den betroffenen Regionen zählen das Rax- und Schneeberg-Gebiet sowie das Hochschwab-Massiv. Im Brandfall bliebe die unmittelbare Trinkwassersicherheit zwar gesichert, doch der Waldfilter würde seine Funktion verlieren und Niederschlagswasser weniger gut reinigen, warnt die MA 49.
„Die Trockenheit hat enormen Stress auf den Wald ausgeübt“, erklärte Günther Annerl von der MA 49 und wies auf die besondere Gefährdung von Nadelwäldern hin.
- Betroffene Flächen: Nadelwälder, Laubwälder, Donauinsel, Quellschutzgebiete
- Hauptursachen: fehlende Winterfeuchte, trockenes Frühjahr, kurze Starkregenfälle
- Konsequenzen: erhöhte Brandlast, mögliche Beeinträchtigung der natürlichen Wasserfiltration im Wald
Einsatzbereitschaft der Feuerwehr und Ausblick
Die Berufsfeuerwehr Wien ist laut Pressesprecher Christian Feiler grundsätzlich auf größere Waldbrände vorbereitet. Ob und in welchem Umfang Einsätze notwendig werden, hänge jedoch von weiteren Gewittern und deren Ausmaß in den kommenden Tagen ab. Nur nach ausgiebigeren Niederschlägen und anschließenden Prüfungen sei eine Entwarnung möglich.
Wissenschaftler sehen in der zunehmenden Länge und Intensität von Hitzewellen einen langfristigen Treiber für häufigere und langanhaltendere Brandgefahren. Feiler weist darauf hin, dass die Brandgefahr künftig durch länger anhaltende Hitzeperioden zunehmen dürfte.
Was das für Wienerinnen und Wiener bedeutet
Für die Bevölkerung heißt das: erhöhte Vorsicht beim Umgang mit offenem Feuer und glimmenden Materialien im und rund um bewaldete Gebiete. Die Angaben der Behörden lassen erwarten, dass Verhaltensempfehlungen und gegebenenfalls Beschränkungen für das Grillen oder für offenes Feuer im Freien kurzfristig ausgegeben werden könnten. Bewohnerinnen und Bewohner in der Nähe der genannten Schutzgebiete sollten auf Informationen der Stadt und der Feuerwehr achten.
| Aspekt | Auswirkung |
|---|---|
| Waldtypen | Besonders Nadelwälder, auch Laubwälder stark gefährdet |
| Wasserquellen | Quellschutzgebiete in der Umgebung Wiens durch Austrocknung beeinträchtigt |
| Feuerwehr | Vorbereitet, Einsatzbedarf abhängig von Gewittern |
Die Stadtverwaltung und forstliche Dienste beobachten die Lage weiterhin eng und werden die Bevölkerung bei Verschlechterung der Lage umgehend informieren. Bis dahin bleibt Kontrolle und Rücksicht im Umgang mit Feuer die wirksamste Vorsorge.