Ermittlungen nach tödlichem Unfall in der Grazbachgasse
Ein Verkehrsunfall im Bereich der Grazbachgasse endete im April dieses Jahres für einen 77-jährigen Radfahrer tödlich. Die Kollision mit einem Pkw führte zu so schweren Verletzungen, dass der Pensionist wenig später im Krankenhaus verstarb. Die Staatsanwaltschaft Graz hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Gegen den Lenker des Wagens, einen 29-jährigen Bundesliga-Fußballer, wird daher strafrechtlich ermittelt.
Nach den bisher vorliegenden Informationen war der Autofahrer auf dem linken Fahrstreifen unterwegs und hatte laut Polizeiangaben grünes Licht. Kurz vor einer Kreuzung bemerkte er einen von rechts kommenden Radfahrer aus der Friedrichgasse, alarmierte mit Hupen und leitete eine Vollbremsung ein. Trotz dieser Reaktion kam es zum Zusammenstoß; der 77-Jährige wurde durch den Aufprall auf die Fahrbahn geschleudert und schwer verletzt.
„Es handelt sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren.“
Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass weder der genaue Unfallhergang noch die Frage eines strafrechtlichen Verschuldens abschließend geklärt sind. Zur Rekonstruktion wurden mehrere Gutachten in Auftrag gegeben: Ein verkehrstechnisches Sachverständigengutachten soll die Abläufe und Dynamik des Zusammenstoßes erläutern; zusätzlich steht ein gerichtsmedizinisches Gutachten über die genaue Todesursache des 77-Jährigen noch aus. Bislang lieferten Zeugenangaben keine eindeutigen Klärungen. Nach bisherigen Erkenntnissen spielte Alkohol beim Unfall keine Rolle.
Was die laufenden Untersuchungen für Grazerinnen und Grazer bedeuten
Die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens in einem solchen Fall hat mehrere praktische Auswirkungen: Erstens ist die rechtliche Bewertung des Handelns des Fahrzeuglenkers noch offen und hängt direkt von den begutachteten Befunden ab. Zweitens können die Ergebnisse der Gutachten für künftige Empfehlungen zur Verkehrssicherheit in der Innenstadt relevant sein, insbesondere an Kreuzungen und Engstellen wie in der Grazbachgasse. Drittens sorgt ein Verfahren gegen eine bekannte Person des öffentlichen Lebens für erhöhte Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und in den Medien.
- Offener Zeitplan: Entscheidung über Anklage hängt vom Vorliegen aller Gutachten ab.
- Technische Rekonstruktion: verkehrstechnisches Gutachten soll den Ablauf klären.
- Medizinische Klärung: gerichtsmedizinisches Gutachten bestimmt die genaue Todesursache.
Solange die Untersuchungen laufen, gilt verfahrensrechtlich die Unschuldsvermutung für den Beschuldigten. Die Staatsanwaltschaft wird nach Abschluss der Begutachtungen abwägen, ob eine Anklage erhoben wird oder ob das Verfahren eingestellt werden muss. Für Anrainerinnen und Anrainer sowie Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer bleibt der Fall ein mahnendes Beispiel für die Risiken im Straßenverkehr und für die Bedeutung lückenloser Ermittlungsarbeit.
| Datum/Zeitraum | Angabe |
|---|---|
| Unfall | April (dieses Jahres) |
| Opfer | 77-jährige Person, Radfahrer, verstorben |
| Beschuldigter | 29-jähriger Pkw-Lenker, Bundesliga-Fußballer |
| Ermittlungsstand | Strafverfahren wegen Verdacht der fahrlässigen Tötung; mehrere Gutachten in Auftrag |
Weitere Informationen werden erwartet, sobald die verkehrstechnischen und gerichtsmedizinischen Gutachten vorliegen und die Staatsanwaltschaft ihre nächste Entscheidung kommuniziert.