SPÖ-Sommertour macht Stopp in Lienz
Bei der Abschlussstation der traditionellen Sommertour der SPÖ Tirol in Lienz diskutierten Landesparteichef und Landeshauptmann-Stellvertreter Philip Wohlgemuth und Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Elisabeth Blanik zentrale Fragen zu Wohnen, Sport und Verkehr. Die Veranstaltung am letzten Juliwochenende brachte konkrete Zahlen zur Tiroler Wohnbauförderung und eine Debatte über die Wirkung der seit 2023 geltenden Leerstandsabgabe.
Wohlgemuth bezeichnete die Tiroler Wohnbauförderung als die "beste" in Österreich und berichtete von hohen Investitionen in den ersten sechs Monaten des Jahres: landesweit wurden 226 Millionen Euro eingesetzt, davon entfielen 15 Millionen Euro auf den Bezirk Lienz. Die Mittel verteilten sich nahezu gleichmäßig auf Neubau und Sanierung.
| Position | Betrag (Euro) |
|---|---|
| Gesamt Tirol (1. Hj.) | 226.000.000 |
| Bezirk Lienz gesamt | 15.000.000 |
| Neubau in Lienz | 7.700.000 |
| Sanierung in Lienz | 7.300.000 |
Diskussion um Leerstände und Gemeindekompetenzen
Ein Schwerpunkt der Gespräche war die seit Jahresbeginn 2023 mögliche kommunale Erhebung einer Leerstandsabgabe. Wohlgemuth lobte die Entscheidung, die Gemeinden frei entscheiden zu lassen; nach seinen Angaben nutzen rund drei Viertel der Tiroler Gemeinden diese Option. Bürgermeisterin Blanik machte auf den zusätzlichen Verwaltungsaufwand aufmerksam, den die Abgabe mit sich bringe — ein Punkt, der in kleineren Gemeinden mit begrenzter Verwaltungskapazität besonders relevant ist.
„Ich habe mich wieder neu in das Bundesland verliebt“, sagte Philip Wohlgemuth in Lienz.
Die Debatte um die Leerstandsabgabe zeigt ein Spannungsfeld: Einerseits soll sie zur Mobilisierung von Bauland und zur Verringerung des Wohnungsleerstands beitragen, andererseits bedeuten zusätzliche Regelungen für Gemeinden und Hausverwaltungen Aufwand und mögliche Kosten. Für Lienz bringt die Entscheidung der Landesregierung und der Gemeinden spürbare Konsequenzen, weil finanzielle Mittel und regulatorische Instrumente direkt auf lokale Wohnangebote und Sanierungsprojekte wirken.
Für die Menschen im Bezirk Lienz haben die besprochenen Punkte konkrete Bedeutung:
- Mit den bereits geflossenen 15 Millionen Euro werden Neubauprojekte und Sanierungen finanziell unterstützt — das betrifft Wohnraumentwicklung und Instandhaltung bestehender Gebäude.
- Die Möglichkeit für Gemeinden, eine Leerstandsabgabe zu erheben, bleibt bestehen; Kommunen müssen jedoch Aufwand und Nutzen gegeneinander abwägen.
- Die Schwerpunktsetzung auf Sanierung und Modernisierung könnte mittelfristig zu besserem Wohnstandard und energetischer Effizienz führen — vorausgesetzt, die Kostenobergrenzen bleiben praktikabel für Eigentümerinnen und Eigentümer.
Die Gespräche in Lienz machten deutlich, dass Landespolitik und kommunale Umsetzung eng verzahnt sind. Maßnahmen wie die Wohnbauförderung und die Leerstandsabgabe setzen Rahmenbedingungen; wie wirksam sie in der Praxis sind, hängt maßgeblich von Entscheidungen auf Gemeindeebene und von der Umsetzungsfähigkeit lokaler Verwaltungen ab. Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks Lienz bedeutet das: Beobachten, wie die Gemeinde Lienz mit der Option auf eine Leerstandsabgabe umgeht, und sich bei Sanierungs- oder Neubauvorhaben frühzeitig über Fördermöglichkeiten informieren.