Feuer am Berghang: Konzentration auf Brandbekämpfung in unwegsamem Gelände
Am Donnerstagnachmittag, dem 30. Juli, wurde die Feuerwehr Matrei in Osttirol gegen 13.15 Uhr zu einer Rauchentwicklung im Bereich Strumerhof, Fraktion Hinteregg alarmiert. Vor Ort bestätigte sich ein Flächenbrand mit einer geschätzten Größe von rund 500 Quadratmetern in nur zu Fuß zugänglichem, steilem Gelände. Die Kombination aus geringer Wasserversorgung, großer Hitze am Hang und leichtem Südwind erhöhte die Gefahr einer raschen Ausbreitung.
Großaufgebot aus dem Bezirk Lienz
Aufgrund der Lage wurden weitere Kräfte nachalarmiert. Insgesamt standen über 170 Mann sowie 22 Fahrzeuge aus mehreren Feuerwehren im Einsatz. Zur Unterstützung wurden außerdem Hubschrauber und der Flugdienst eingebunden. Das genaue Aufgebot umfasste die Feuerwehren:
- Matrei
- Huben
- Prägraten
- Virgen
- Hopfgarten
- Lienz
- Nikolsdorf
- Oberlienz
Die Lage stellte die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen: das Brandgebiet war nur zu Fuß erreichbar, die Hangneigung erschwerte das Vorangehen, und die örtliche Wasserversorgung reichte nicht aus, um die Tanklöschfahrzeuge dauerhaft zu versorgen.
Landwirte und technische Maßnahmen unterstützt Löschbetrieb
Knappheit an Löschwasser wurde durch lokalen Einsatz kompensiert: Ortansässige Bauern stellten acht Güllefässer mit zusammen über 40.000 Litern Fassungsvermögen bereit und pendelten mit den Tankfahrzeugen. Zusätzlich wurde eine Relaisleitung aus Mitteldorf aufgebaut: Sechs Pumpen und 60 B‑Schläuche wurden verlegt, um Wassernachschub sicherzustellen.
| Ressource | Anzahl / Kapazität |
|---|---|
| Einsatzkräfte | über 170 Mann |
| Fahrzeuge | 22 Fahrzeuge |
| Güllefässer (Landwirte) | 8 (≈ 40.000 l gesamt) |
| Relaisleitung | 6 Pumpen, 60 B‑Schläuche |
| Hubschrauber | 4 inkl. Flugdienst |
„Nach erfolgter Lageerkundung vor Ort wurde festgestellt, dass es sich um einen Flächenbrand von ungefähr 500 Quadratmetern in nur zu Fuß zugänglichem, steilem, schwierigem Gelände handelt, das sich aufgrund leichten Südwindes auszubreiten drohte.“
Die Brandbekämpfung erfolgte teils vom Boden, teils mittels Hubschrauber. Durch den koordinierten Einsatz aller Kräfte entspannte sich die Lage gegen Abend. Kontrollflüge mit der Polizeidrohne bestätigten gegen 19.30 Uhr keine kritischen Temperaturerhöhungen mehr; um etwa 19.40 Uhr konnte „Brand aus“ gegeben werden. Vorsorglich war ein weiterer Kontrollflug am Folgetag geplant.
Bedeutung für Bevölkerung und Einsatzdienste
Der Vorfall zeigt, wie verwundbar steile Waldflächen bei anhaltender Trockenheit sind: auch ein vergleichsweise kleiner Brandherd kann wegen Topografie und Wassermangel einen großangelegten Einsatz auslösen. Für Anrainer und Wanderer bedeutet das erhöhte Vorsicht, insbesondere bei offenem Feuer oder Funkenbildung in Waldnähe. Für die Feuerwehren im Bezirk ist die Mobilisierung von Landwirten und die Verlegung von Relaisleitungen ein erprobtes Mittel, um fehlende Hydranten oder natürliche Wasserquellen zu kompensieren.
Die rasche Alarmierung zahlreicher Einheiten und die Einbindung der Bauern verhinderten wohl ein Überspringen des Feuers auf größere Waldflächen oder Siedlungsbereiche. Die Kooperation zwischen Blaulichtorganisationen und der Landwirtschaft erwies sich erneut als entscheidender Faktor bei der unmittelbaren Gefahrenabwehr.