Waldbrand fordert umfangreichen Einsatz in Matrei
Am Donnerstag, 30. Juli, rückten in der Nähe des Strumerhofes in Matrei in Osttirol zahlreiche Kräfte zur Bekämpfung eines Waldbrandes aus. Kurz nach 13 Uhr wurden die örtlichen Feuerwehren alarmiert, nachdem in einem Hangbereich Rauchentwicklung festgestellt worden war. Aufgrund der Lage und der Topographie gestalteten sich die Maßnahmen als aufwendig und personalintensiv.
Der Brand betraf nach erster Einschätzung eine Fläche von rund 500 Quadratmetern und war in einem Abschnitt zu Fuß erreichbar, aber nur schwer zugänglich. Durch die anhaltende Hitze am Berghang und einen leichten Südwind bestand die Gefahr, dass das Feuer sich weiter ausbreitet – weshalb rasch zusätzliche Kräfte nachgefordert wurden.
„Aufgrund des leichten Südwindes drohte sich der Brand auszubreiten“, berichtet Manuel Kofler vom Bezirksfeuerwehrverband Lienz.
Zur Unterstützung der Bodenkräfte wurden insgesamt vier Hubschrauber eingesetzt, die Löschwasser aus der Luft einbrachten. Das behelfsmäßige Heranbringen von Wasser gestaltete sich als Herausforderung, weshalb ortsansässige Landwirte mit ihren Geräten kurzfristig halfen: Acht Güllefässer mit einer gemeinsam verfügbaren Kapazität von mehr als 40.000 Litern unterstützten die Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr.
Organisation und Ressourcen vor Ort
Um die Versorgung mit Löschwasser auch bei den trockenen Bedingungen sicherzustellen, wurde zusätzlich eine Relaisleitung aus Mitterdorf gelegt. Der Einsatz war damit ein koordiniertes Zusammenspiel aus Luftunterstützung, Bodenkräften, landwirtschaftlichen Hilfsmitteln und technischer Infrastruktur.
- Datum: 30. Juli
- Betroffene Fläche: ca. 500 m²
- Hubschrauber im Einsatz: 4
- Unterstützende Güllefässer: 8 (über 40.000 l Kapazität)
- Gesamtkräfte: 170 Feuerwehrmitglieder
Insgesamt standen laut Bezirksfeuerwehrverband Lienz 170 Florianis im Einsatz, vertreten durch die Wehren Matrei in Osttirol, Huben, Prägraten, Virgen, Hopfgarten, Lienz, Nikolsdorf, Oberlienz sowie Sonderdienste des BFV Lienz. Die Einheiten arbeiteten mit 22 Fahrzeugen.
Verlauf und Lageentwicklung
Die Löscharbeiten am unwegsamen Hang forderten die Einsatzkräfte körperlich stark. Im Laufe des Nachmittags entspannte sich die Situation; bei Kontrollflügen mit einer Drohne der Polizei Lienz konnten gegen 19:30 Uhr keine erhöhten Temperaturbereiche mehr festgestellt werden. Um 19:40 Uhr wurde schließlich „Brand aus“ gegeben.
Die rasche Mobilisierung unterschiedlicher Ressourcen – Luftunterstützung, Pendelverkehr durch Landwirte und die Anlage einer Relaisleitung – trug wesentlich dazu bei, ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Für Anrainer und Gäste entfielen laut Berichten keine großflächigen Evakuierungen, dennoch zeigt der Einsatz, wie verletzlich Wälder und Bergflächen in heißen, trockenen Perioden sind.
Was das für den Bezirk Lienz bedeutet
Der Einsatz weist auf mehrere wichtige Punkte für die Bevölkerung hin: Bei anhaltender Trockenheit können selbst vergleichsweise kleine Brände schnell gefährlich werden, insbesondere in steilen Lagen mit eingeschränkter Zugänglichkeit. Die erfolgreiche Einbindung lokaler Landwirte demonstriert die Bedeutung gemeinschaftlicher Hilfeleistungen im Katastrophenfall.
Für Besucher von Wald- und Almgebieten gilt weiterhin Vorsicht: offenes Feuer, Rauchen und ungesicherte Wärmequellen sind in derart trockenen Zeiten besonders riskant. Weitere Hinweise und konkrete Verhaltensregeln geben die örtlichen Feuerwehren und die Gemeinde, falls Warnstufen oder Einschränkungen erlassen werden.
| Ressource | Anzahl / Kapazität |
|---|---|
| Feuerwehrleute | 170 |
| Fahrzeuge | 22 |
| Hubschrauber | 4 |
| Güllefässer | 8 (>40.000 l) |
Die Einsatzleitung betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit aller Beteiligten. Nach Abschluss der Löscharbeiten wird es Kontrollen geben, um Glutnester auszuschließen und Nachzündungen zu verhindern.