Thermalflug am 30. und 31. Juli: Warum Graz aus der Luft vermessen wird
Ein Spezialflugzeug wird am 30. Juli am heißen Nachmittag und am 31. Juli in den Morgenstunden über Graz kreisen, um die Oberflächentemperaturen in der Stadt zu erfassen. Anlass sind die wieder steigenden sommerlichen Temperaturen – für die Steiermark werden Werte bis zu 38 Grad vorhergesagt. Ziel der Messungen ist es, die räumlichen Unterschiede der Erwärmung sichtbar zu machen und die gewonnenen Daten in die Stadtplanung einfließen zu lassen.
Das Projekt wird vom Stadtvermessungsamt durchgeführt. Die Messergebnisse dienen sowohl den Fachabteilungen der Stadtverwaltung als auch der längerfristigen Entwicklung von Maßnahmen gegen urbane Hitzeeffekte. Bereits ein Vergleich mit früheren Messflügen, etwa dem Thermalflug von 2021, soll zeigen, wo Anpassungen Wirkung gezeigt haben oder wo weiterhin Handlungsbedarf besteht.
„Gerade an besonders heißen und wolkenlosen Tagen können wir gut erfassen, wo sich Graz stark aufheizt und welche Bereiche auch über Nacht Wärme speichern. Die beiden Messzeitpunkte liefern uns dafür ein präzises Bild und eine wichtige Datengrundlage für die weitere Stadtplanung“, erklärt Elke Achleitner, Leiterin des Stadtvermessungsamtes.
Was die Messungen zeigen können und wie die Daten genutzt werden
Thermalflüge erfassen die Oberflächentemperatur sehr lokal – Unterschiede von bis zu 20 Grad innerhalb weniger Meter wurden bereits bei früheren Flügen festgestellt. Solche Differenzen entstehen typischerweise zwischen dicht verbauten Bereichen, hellen gepflasterten Flächen, Wasserflächen und begrünten Zonen.
- Ziel: Aufzeigen von Hitzeinseln und kühlenden Grünräumen
- Zeiträume: heißer Nachmittag (30. Juli) und kühle Morgenstunden (31. Juli)
- Nutzung: Fachabteilungen der Stadt, Vergleich mit früheren Daten, öffentliche Bereitstellung im KIS
Die Daten sollen noch dieses Jahr über das Klimainformationssystem (KIS) der Stadt abrufbar sein: Ab Herbst wird laut Angaben der Stadt jeder und jede Zugriff auf die Karte und die Auswertungen bekommen (kis.graz.at). Damit sollen Planerinnen und Planer, Forschende sowie Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen können, wo städtische Hitze besonders problematisch ist und welche stadtgestalterischen Maßnahmen (mehr Grün, Beschattung, Materialwahl) Abhilfe schaffen könnten.
| Datum | Zeitpunkt | Zweck |
|---|---|---|
| 30. Juli | heißer Nachmittag | Erfassung tagsüber starker Aufheizung |
| 31. Juli | Morgenstunden | Erfassung nächtlicher Wärmeabstrahlung/-speicherung |
Für die Grazerinnen und Grazer ist das Ergebnis mehr als eine wissenschaftliche Karte: Es kann konkrete Hinweise liefern, wo Bäume, Grünflächen oder wassergebundene Lösungen besonders dringlich sind und welche öffentlichen Räume in Hitzeperioden erhöhten Schutz oder zusätzliche Maßnahmen benötigen. Ebenso lassen sich Maßnahmen evaluieren: Durch den Vergleich mit dem Flug von 2021 soll ersichtlich werden, in welchen Bereichen schon positive Effekte erreicht wurden.
Die Veröffentlichung der Daten im KIS wird die Transparenz erhöhen und die Grundlage für bürgernahe Diskussionen über städtische Anpassungsstrategien liefern. Die Stadtverwaltung betont, dass die digitalen Karten ab Herbst öffentlich einsehbar sein werden.