Passanten berichten von aggressivem Auftreten in mehreren Stadtteilen
Seit dieser Woche sind in Graz vermehrt Männer unterwegs, die sich gegenüber Passanten als Mitglied einer estnischen Metal-Band ausgeben und um finanzielle Hilfe bitten. Die Betroffenen schildern ein wiederkehrendes Muster: Zunächst werde freundlich nach dem Musikgeschmack gefragt, anschließend würden CDs angeboten. Bei Ablehnung ändere sich laut Augenzeugen schnell das Verhalten und bis hin zu Beschimpfungen sei es gekommen.
Stadt- und Polizeistellen sind informiert
Der Instagram-Account Grazwellness, der häufig als Sprachrohr für lokale Probleme fungiert, hat zahlreiche Meldungen erhalten und darauf aufmerksam gemacht. Laut Auskunft der Grazer Ordnungswache ist die Gruppe nicht neu:
„Uns ist die Truppe bekannt. Sie kommt alle Jahre wieder.“
Auch die Landespolizei Steiermark bestätigt, dass ihr mehrere Fälle bekannt sind. Polizeisprecher Fritz Grundnig erklärte, Anzeigen würden selbstverständlich nachgegangen — solange Betroffene den Schritt wagen, das Geschehen zu melden.
Warum Strafverfolgung schwierig ist
Rechtlich gestaltet sich die Lage kompliziert: Für den Straßenverkauf wäre grundsätzlich ein Bescheid des Grazer Straßenamts erforderlich. Die Vorgehensweise der Männer setzt jedoch meist auf das Einwerben von Spenden und nicht auf einen klaren Verkauf, was die Einordnung als ordnungswidriges Gewerbe erschwert. Solange kein eindeutiger Straftatbestand wie Betrug oder tätliche Belästigung vorliegt oder keine Anzeige erstattet wird, sind Einsätze sowie weitergehende Maßnahmen begrenzt.
Betroffene Orte und Hinweise für Anwohner
Nach verfügbaren Berichten waren die Männer an folgenden Orten in Graz aktiv:
- Hauptbahnhof
- Innenstadt
- Supermarktparkplätze
- Einkaufszentren
| Ort | Charakteristik |
|---|---|
| Hauptbahnhof | Wiederholt beobachtet, hohe Passantendichte |
| Innenstadt | Aufdringliches Ansprechen von Fußgängern |
| Parkplätze / Einkaufszentren | Gezieltes Ansprechen beim Ein- und Ausparken |
Praktische Tipps und Verhaltensempfehlungen
- Bewahren Sie Abstand und handeln Sie nicht aus Mitleid spontan mit Bargeld.
- Verweigern Sie freundlich, aber bestimmt den Kauf von Waren, wenn Sie sich unwohl fühlen.
- Dokumentieren Sie Vorfälle (Fotos, Uhrzeit, Ort) und melden Sie diese der Polizei, damit Anzeigen möglich sind.
- Bei unmittelbarer Bedrohung rufen Sie die 112 (Notruf) oder die lokale Polizei.
Die wiederholten Sichtungen und die Berichte über aggressiveres Verhalten machen deutlich, dass Anwohner und Passanten wachsam bleiben sollten. Ohne Anzeigen bleibt die Handhabe durch Stadtbehörden und Polizei jedoch eingeschränkt. Wer betroffen ist, sollte Vorfälle melden — erst dann können Ermittlungen und mögliche Maßnahmen zielgerichtet erfolgen.