Das Feuchtgebiet rund um Burg Güssing gilt als wichtiger Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Auf etwa 150 Hektar werden die Fischteiche und angrenzenden Wiesen seit mehr als zehn Jahren naturnah bewirtschaftet. Die Pflege und die öffentlichen Führungen organisieren lokale Initiativen und Naturschutzpartner.
Wer kümmert sich vor Ort?
Den Pflegemaßnahmen liegt die Arbeit des lokalen Ramsarvereins zugrunde, dessen Obfrau Anita Pober die Aktivitäten koordiniert. Die praktischen Pflegemaßnahmen an den Wiesen erfolgen in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft. Ergänzt wird das Angebot durch geführte Beobachtungen und Exkursionen, die in Kooperation mit BirdLife angeboten werden.
Führungen und Beobachtungsmöglichkeiten
Von April bis August finden regelmäßig Führungen statt; sie richten sich laut Veranstaltern sowohl an Expert:innen als auch an Einsteiger:innen. Daniel Leopoldsberger von BirdLife beschreibt das Angebot als offen für alle Fähigkeitsstufen — von erfahrenen Ornithologinnen und Ornithologen bis zu Menschen, die Vogelarten zum ersten Mal ganz bewusst beobachten. Für Naturinteressierte sind die Teiche besonders in den warmen Monaten einlohnendes Ziel.
„Wir organisieren Führungen mit Ornithologen rund um die Teiche. Die Ramsarwiesen werden von der Jägerschaft gepflegt“, sagte Pober.
Welche Arten wurden beobachtet?
Auflistungen aus den Beobachtungen nennen unter anderem Seeadler, Nachtreiher und „hunderte Enten“, die die Güssinger Fischteiche regelmäßig nutzen. Solche Vorkommen unterstreichen die Bedeutung des Gebiets als Trittstein für Zugvögel und als dauerhafter Brut- und Rastplatz.
- Fläche: 150 Hektar
- Pflegezeitraum: seit über zehn Jahren
- Führungen: April bis August
- Beteiligte: Ramsarverein, Jägerschaft, BirdLife
- Beobachtete Arten: Seeadler, Nachtreiher, verschiedene Entenarten
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Gesamtfläche | 150 Hektar |
| Dauer der naturnahen Bewirtschaftung | mehr als 10 Jahre |
| Führungszeitraum | April–August |
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner wies darauf hin, dass die Bedeutung solcher lokaler Feuchtgebiete oft unterschätzt werde. Sie betonte, wie wichtig regionale „Trittsteine“ für Zugvögel und für die heimische Artenvielfalt sind. Gerade weil die Güssinger Teiche nicht die Größe des Neusiedler Sees haben, komme ihnen dennoch eine unverzichtbare Rolle als Zwischenstopp und Lebensraum zu.
Bedeutung für die Region Güssing
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks bedeutet die Pflege des Ramsargebiets neben dem ökologischen Wert auch ein Angebot für Freizeitgestaltung, Umweltbildung und sanften Tourismus. Geführte Exkursionen bieten Anknüpfungspunkte für Schulen, Naturvereine und Touristinnen und Touristen, die die Region besuchen. Zugleich erfordert die Erhaltung der Lebensräume kontinuierliche Pflege und Kooperation zwischen Ehrenamtlichen, Jägerschaft und Naturschutzorganisationen.
Wer die Teiche besuchen möchte, findet die Führungstermine in der Regel über die Veranstalter und lokale Ankündigungen. Bei Interesse an einer Teilnahme empfiehlt es sich, die Termine vorab abzuklären und auf wetterbedingte Verschiebungen zu achten.
Das Engagement vor Ort zeigt, wie lokales Naturschutzhandeln konkrete, sichtbare Wirkungen entfalten kann: stabile Lebensräume, die Vogelbestände unterstützen, und Angebote, die Umweltwissen in der Bevölkerung verankern.