Partizipation vor Ort statt Gremium
Die Stadt Klagenfurt startet mit City.Voice.Youth! eine Neuauflage der bisherigen Jugendbeteiligung: Weg von einem ausgewählten Jugendrat hin zu einer Form der Einbindung, die bewusst in Schulen, Jugendzentren, Parks und dem Strandbad stattfindet. Das Projekt, das als Weiterentwicklung des bisherigen Modells verstanden wird, soll über einen Zeitraum von zwei Jahren laufen und Jugendliche von Anfang an in die Entwicklung von Maßnahmen und Angeboten einbeziehen.
Wie das Projekt funktionieren soll
Laut Aussendung ist das Ziel, nicht nur wenige Vertreterinnen und Vertreter in Entscheidungsprozesse einzubinden, sondern alle interessierten Jugendlichen niedrigschwellig zu erreichen. Die Workshops und Treffen werden vor Ort stattfinden und zusätzlich als Hybrid-Events angeboten: Live-Streams auf Instagram und YouTube sind vorgesehen, um Reichweite und Beteiligung zu erhöhen. Träger des Projekts ist Koja, die offene Jugendarbeit wird von der Stadt unterstützt.
- Projektträger: Koja (betreibt u. a. zwei Jugendzentren in Klagenfurt)
- Zielgruppe: Jugendliche ab 14 Jahren
- Finanzierung: über das Programm Erasmus+ (Youth Participation)
Fragen, die vor Ort erarbeitet werden
Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Fragestellungen: Wo treffen sich junge Menschen? Welche Angebote fehlen? Wie lassen sich Zonen und Orte schaffen, die Jugendlichen entsprechen? Die Antworten sollen in den kommenden zwei Jahren gemeinsam mit den jungen Menschen erarbeitet werden — nicht für sie, sondern mit ihnen.
„Wir möchten Jugendliche aktiv miteinbinden und das nicht nur im kleinen Kreis, sondern direkt vor Ort in den Schulen, Jugendzentren, Parks oder eben auch im Strandbad.“
Dieses Zitat stammt von Vizebürgermeister und Jugendreferent Ronald Rabitsch, der die Projektpräsentation gemeinsam mit Koja und der Präventionsstelle im Strandbad begleitet hat. Weitere Stimmen aus der Verwaltung betonen die Bedeutung echter Teilhabe: Birgit Trattler, Leiterin der Abteilung Gesundheit, Jugend und Familie, bezeichnet das Projekt als Möglichkeit für effektive Jugendarbeit mit echter Teilhabe. Die Präventionsstelle hebt hervor, dass nicht Erwachsene Ideen für Jugendliche entwerfen, sondern die Jugendlichen von Beginn an integriert werden.
Konkrete Schritte und bereits gestartete Aktivitäten
Das Projekt wurde bereits mit verschiedenen Workshops in mehreren Schulen begonnen; beteiligt waren insgesamt neun Klassen. Koja kündigt an, die Treffen niederschwellig und für alle zugänglich zu gestalten und neben Präsenzveranstaltungen auch digitale Formate einzusetzen. Damit greift das Konzept den Umstand auf, dass junge Menschen an unterschiedlichen Orten und in verschiedenen Formaten erreicht werden müssen.
| Aspekt | Angaben |
|---|---|
| Laufzeit | 2 Jahre |
| Zielgruppe | Jugendliche ab 14 Jahren |
| Finanzierung | Erasmus+ (Youth Participation) |
| Projektträger | Koja |
Für Klagenfurt bedeutet das Projekt eine Ausweitung der Zugänge zur politischen und sozialen Mitgestaltung Jugendlicher: Schulen, Jugendzentren und öffentliche Räume werden zu zentralen Orten für Beteiligung. Praktisch heißt das für Jugendliche, dass sie über niedrigschwellige Workshops, Hybridangebote und Social-Media-Formate Einfluss auf Stadtentwicklung, Freizeitangebote und jugendspezifische Räume nehmen können.
Für Eltern, Lehrende und Jugendarbeiterinnen und -arbeiter ist zu beachten, dass die Teilnahme offen gestaltet wird und gezielt Jugendliche angesprochen werden sollen, die bisher wenig repräsentiert waren. Wer sich direkt einbringen will, kann über die beiden Jugendzentren von Koja nach Informationen zu laufenden Workshops fragen oder die städtischen Bekanntmachungen zur Teilnahme verfolgen.