NEOS sehen „Fleckerlteppich“ statt durchgängige Radwege
Nach einer Testfahrt im Juni haben die NEOS ihren Bericht zur sogenannten Pinken Radltour veröffentlicht. Das 26-seitige Dokument zieht für Wiener Neustadt ein klares Fazit: Es bestehe massiver Verbesserungsbedarf beim Radwegenetz. Als Hauptkritikpunkt nennen die Autor:innen die fehlende
- Durchgängigkeit – viele Abschnitte enden abrupt;
- bauliche Mängel – Schlaglöcher, Risse und holprige Übergänge;
- Sicht- und Sicherheitsprobleme – verwirrende Markierungen, Sträucher und unklare Vorrangsituationen.
Die NEOS fordern ein Gesamtkonzept für das Radwegenetz, das sichere, vernetzte und alltagstaugliche Routen bietet. Konkrete Lokalbeispiele aus dem Bericht machen deutlich, wo Radfahrende im Stadtgebiet derzeit besonders gefährdet oder zum Umweg gezwungen werden.
Konkrete Mängel an benannten Stellen
Aus dem Bericht werden mehrere Abschnitte namentlich genannt:
- Kollonitschgasse: Radweg endet nach rund 30 Metern und zwingt auf die Fahrbahn.
- Wohlfahrtsgasse: wiederholender Wechsel zwischen Radweg, Fahrstreifen und Geh- und Radweg führt zu Unsicherheiten.
- Josef-Mohr-Gasse: zahlreiche Schlaglöcher und Risse, die sichere Fahrt beeinträchtigen.
- Pernerstorferstraße (Bahnunterführung): eingeschränkte Sicht; ein Verkehrsspiegel wird vorgeschlagen.
- Abschnitt entlang der St. Christiana: nicht asphaltiert, zu schmal; Konflikte mit Fußgänger:innen.
"Ein durchgehender, beidseitig befahrbarer Radweg wird gefordert, ist aber seit Jahren nur 'in Planung'."
Die Beispiele belegen sowohl kurzfristig behebbaren Maßnahmenbedarf (z. B. Reparatur von Schlaglöchern, Rückschnitt von Vegetation, Aufstellung von Verkehrsspiegeln) als auch langfristigen Planungsbedarf für zusammenhängende Radrouten.
Was bedeutet das für Wiener Neustadt?
Für Pendelnde, Schüler:innen und Freizeitfahrende hat der Befund unmittelbare Folgen: Fehlende Durchgängigkeit und unsichere Übergänge erhöhen das Unfallrisiko und schrecken potenzielle Umsteiger vom Fahrrad ab. Kurzfristige Maßnahmen könnten die Situation schnell verbessern, langfristig braucht es jedoch eine abgestimmte Strategie, die Rad-, Fuß- und Kfz-Verkehr berücksichtigt.
| Problem | Vorgeschlagene Maßnahme |
|---|---|
| Abrupte Enden von Radwegen | Planung durchgehender Strecken, bauliche Verlängerung |
| Schlaglöcher und Risse | Gezielte Sanierungsarbeiten |
| Sichtbehinderungen | Rückschnitt, Verkehrsspiegel, verbesserte Markierungen |
Die NEOS liefern mit ihrer Pinken Radltour nicht nur Beanstandungen, sondern auch Vorschläge, die von punktuellen Reparaturen bis zu einer stadtweiten Neuordnung des Radverkehrs reichen. Für die Stadtgemeinde bedeutet das: Priorisierung, Ressourcenplanung und transparente Kommunikation gegenüber den Bewohnerinnen und Bewohnern.
Ob die Stadtverwaltung die im Bericht angeführten Prioritäten rasch aufgreift, bleibt abzuwarten. Für Radfahrende in Wiener Neustadt wäre eine Kombination aus kurzfristigen Sicherheitsmaßnahmen und einem klaren Fahrplan für ein zusammenhängendes Radnetz eine spürbare Verbesserung im Alltag.