Die Austrian Airlines (AUA) hat bestätigt, dass der Winterflugplan 2026/27 in Teilen modifiziert wird. Laut Mitteilung steht unter anderem die Verbindung zwischen Graz und Wien auf dem Prüfstand. Sollte die AUA die Strecke einstellen, würde damit die letzte regelmäßige Direktverbindung zwischen den beiden Städten entfallen.
Wirtschaftliche Gründe und Standortverantwortung
Die AUA-Chefin Annette Mann hatte bereits im Mai eingeräumt, dass Kurzstreckenflüge nicht immer wirtschaftlich betrieben werden können. Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung solcher Verbindungen für die Standortpolitik der Airline. In einem früheren Statement sagte Mann, dass die Entscheidung, rein nach ökonomischen Kriterien getroffen, zum Wegfall von Verbindungen wie Innsbruck, Klagenfurt oder Graz führen könnte. Diese Abwägung zwischen Rentabilität und Standortpflicht bleibt nun entscheidend für die Zukunft der Route.
„Wenn ich rein wirtschaftlich eine Entscheidung treffen würde, hätte ich den Innsbruck - und auch Klagenfurt- oder Graz-Flug wahrscheinlich schon nicht mehr im Portfolio, aber wir sehen uns hier natürlich auch in der Standortverantwortung.“
Kontext: Lücken im regionalen Angebot
Die Situation wird dadurch verschärft, dass bereits Eurowings angekündigt hat, den Flughafen Graz nicht mehr als Fixstandort zu betreiben und den dort stationierten Flieger zu entfernen. Die Airline erklärte dies mit einer Netzwerkoptimierung und dem Ziel, Kapazitäten dort zu konzentrieren, „wo sie langfristig wirtschaftlich und nachhaltig betrieben werden können.“
- Betroffene Verbindung: Graz–Wien
- Weitere betroffene regionale Strecken laut AUA-Äußerung: Innsbruck, Klagenfurt
- Zeithorizont: Anpassung im Winterflugplan 2026/27
Was das für Graz bedeutet
Ein Wegfall der letzten regulären Direktverbindung nach Wien hätte mehrere konkrete Folgen: Pendlerinnen und Pendler sowie Geschäftsreisende müssten häufiger auf alternative Verkehrsmittel ausweichen, etwa den Zug oder den Pkw. Für Unternehmen im Großraum Graz könnten dadurch Reisekosten und -zeiten steigen. Der Flughafen Graz würde einen weiteren Verlust an Linienangebot und damit an Attraktivität als Reise- und Wirtschaftsstandort erleiden.
Welche Optionen bleiben, falls die AUA die Linie einstellt, ist derzeit unklar: Derzeit bietet laut Auskunft keine andere Airline Direktflüge zwischen den Städten an. Der Flughafen Graz erklärte auf Nachfrage, man rechne mit Anpassungen, konnte aber bislang keine endgültige Aussage zur Zukunft der Verbindung treffen.
| Strecke | Aktueller Status |
|---|---|
| Graz – Wien | Für Winter 2026/27 zur Prüfung angemeldet |
| Graz – (Eurowings-Stationierung) | Eurowings zieht stationierten Flieger ab |
Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das: Kurzfristig informiert zu bleiben und bei Buchungsplänen Flexibilität einzuplanen. Reisende sollten Verbindungen frühzeitig prüfen, alternative Verkehrsmittel erwägen und gegebenenfalls Storno- oder Umbuchungsbedingungen beachten.
Die Entscheidung der AUA soll im Rahmen der Präsentation des Halbjahresergebnisses in Wien bekanntgegeben werden. Dann wird auch klarer, ob Graz künftig ohne direkte Flugverbindung zur Bundeshauptstadt dasteht — eine Entwicklung mit spürbaren Folgen für Mobilität und Wirtschaftsstandort in der Steiermark.