Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik haben ihre Jubiläumsausgabe begonnen: In der 50. Auflage des Festivals eröffnete Bundespräsident Alexander Van der Bellen am 7. August im Spanischen Saal von Schloss Ambras das Programm, das sich bis zum 30. August erstreckt. Die heurigen Festwochen richten den Blick sowohl auf die eigene Geschichte als auch auf die Frage, welche Rolle kulturelle Angebote heute in der Stadt und Region spielen.
Ein barocker Koloss kehrt zurück
Im Zentrum des Jubiläums steht Pietro Antonio Cestis monumentale Oper „Il pomo d’oro“, ein Werk, das 1668 uraufgeführt wurde und lange als kaum aufführbar galt. Für Innsbruck ist die Neuproduktion ein herausragender Programmpunkt: Die Oper wird insgesamt drei Mal gezeigt. Ein internationales Ensemble mit 20 Sängerinnen und Sängern übernimmt die ursprünglich 47 Rollen.
Die Inszenierung stammt von Regisseur Fabio Ceresa, die musikalische Leitung hat Ottavio Dantone übernommen. Dantone und seine Accademia Bizantina rekonstruierten zwei Akte, die zuvor als verloren galten – ein wesentlicher Beitrag zur Erschließung des Werkes und ein Instrument, das die Aufführbarkeit der Oper überhaupt ermöglicht.
Jubiläum, Tradition und Nachwuchsförderung
Die Festwochen nehmen unter dem Motto „Was feiern wir?“ sowohl Rückschau als auch Standortbestimmung. Neben großen Opernproduktionen sind zahlreiche Konzerte und auch kostenlose Veranstaltungen in der Stadt vorgesehen, wodurch das Festival für ein breites Publikum zugänglich bleibt.
- Eröffnung: 7. August, Spanischer Saal, Schloss Ambras (Eröffnungsakt mit Bundespräsident)
- Festivalzeitraum: bis 30. August
- Zentrale Produktion: Cestis „Il pomo d’oro“ — drei Aufführungen, 20 Sänger für 47 Rollen
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler: Ab 21. August bringen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Cesti-Wettbewerbs des Vorjahres Georg Friedrich Händels Festoper „Atalanta“ auf die Bühne. Die Produktion steht unter der musikalischen Leitung von Andrea Buccarella und verbindet junge Stimmen mit der internationalen Festivaltradition. Traditionell bildet das Finale des 17. Cesti-Wettbewerbs den Abschluss der Festwochen.
Was das für Innsbruck bedeutet
Für Innsbruck bringt das Jubiläum sichtbare kulturelle Präsenz: Die Kombination aus hochkarätigen Neuproduktionen, internationalen Ensembles und zahlreichen freien Veranstaltungen stärkt das kulturelle Angebot der Stadt und wirkt sich auf Besucherströme, Gastronomie und Beherbergungsbetriebe aus. Für Interessierte empfiehlt es sich, Karten für zentrale Opernproduktionen frühzeitig zu sichern; zugleich bieten die zahlreichen kostenlosen Formate eine niederschwellige Möglichkeit, am Festival teilzuhaben.
| Datum | Programmpunkt |
|---|---|
| 7. August | Eröffnung mit Bundespräsident im Spanischen Saal |
| 21. August | „Atalanta“ mit ehemaligen Cesti-Wettbewerbsteilnehmern |
| bis 30. August | Festivalende |
Die 50. Festwochen sind damit nicht nur ein Rückblick auf fünf Jahrzehnte Alte Musik in Innsbruck, sondern auch ein praktischer Ausdruck aktueller Kulturarbeit: historische Rekonstruktionen treffen auf Nachwuchsförderung und öffentlich zugängliche Formate. Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt sowie für Besucherinnen und Besucher bleibt das Festival ein wichtiger kultureller Bezugspunkt im Spätsommer.