Im Großen Haus des Tiroler Landestheaters wurde am vergangenen Wochenende eine der opulentesten Opern des Barock wiederaufgenommen: Pietro Antonio Cestis „Il pomo d'oro“. Die Produktion, Teil der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, lief an zwei Abenden in einer Fassung, die ihrem legendären Umfang gerecht wurde.
Inszenierung und musikalische Leitung
Die Regiearbeit von Fabio Ceresa verband üppige szenische Mittel mit einem Tempo, das nach Meinung vieler Zuschauer die Länge des Werks sichtbar machte, ohne in Ziellosigkeit zu verfallen. Musikalisch stand die Aufführung unter der Leitung von Ottavio Dantone. Das Bühnenbild stammt von Nikolaus Webern, dessen Szenenwechsel und Bildkompositionen wesentlich zur Wahrnehmung des Spektakels beitrugen.
Bedeutung und Besonderheiten
„Il pomo d'oro“ gilt als Rarität; die Uraufführung am Wiener Hof datiert auf 1668, und das Werk wurde seither in voller Länge nur selten gespielt. Die Innsbrucker Festwochen zeigten eine Version, die sich durch ihre Erzählweise einerseits an historischen Formen orientiert, andererseits Anschluss an heutige Sehgewohnheiten suchte. Insbesondere die Balance zwischen opulenter Bildsprache und erzählerischer Klarheit wurde als Leistung der Produktion hervorgehoben.
- Werk: Il pomo d'oro (Pietro Antonio Cesti)
- Ort: Großes Haus, Tiroler Landestheater, Innsbruck
- Regie: Fabio Ceresa
- Musikalische Leitung: Ottavio Dantone
- Bühnenbild: Nikolaus Webern
Die Aufführung stellte – gemessen an Material- und Personenaufwand – eine seltene Chance dar, ein historisches Großprojekt zu erleben, das normalerweise weder in Spielplanrotation noch im üblichen Repertoire großer Opernhäuser vorkommt. Für das Publikum in Innsbruck bedeutete dies ein kulturelles Ereignis von besonderer Strahlkraft: Die Reaktionen reichten von sichtlicher Begeisterung bis hin zu anerkennender Überraschung über die erzählerische Dichte trotz der enormen Länge.
Praktische Hinweise für Besucher
Wer ähnliche Produktionen besuchen möchte, sollte beachten, dass solche Barock-Großopern wegen ihres Umfangs besondere Anforderungen an Zeit- und Konzertplanung stellen. Die Festwochen bieten regelmäßig ein Programm, das sich an Anhängerinnen und Anhänger historischer Aufführungspraxis richtet; Karteninfos und genauere Programmangaben finden sich auf den offiziellen Kanälen der Festwochen und des Tiroler Landestheaters.
| Aspekt | Kurzinfo |
|---|---|
| Genre | Barockoper / Großoper |
| Uraufführung | 1668, Wiener Hof |
| Premierenort in Innsbruck | Großes Haus, Tiroler Landestheater |
Die Innsbrucker Aufführung trägt zur Profilbildung der Festwochen bei und unterstreicht die Rolle der Stadt als Schauplatz für musikhistorisch bedeutsame Projekte. Für das lokale Publikum bieten derartige Premieren die Gelegenheit, seltene Repertoires live mitzuerleben und die regionale Kulturszene als Teil eines internationalen Austauschs zu sehen.