Barockstück in ungewöhnlicher Form: Premiere über zwei Abende
Am kommenden Freitag und Samstag feiert im Großen Haus des Tiroler Landestheaters die Premiere der achtstündigen Großoper "Il pomo d'oro" von Pietro Antonio Cesti statt. Die Aufführung ist auf zwei Abende aufgeteilt; Pausen sind dabei eingeplant. Die Produktion ist Teil der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und stellt wegen ihres Umfangs und der notwendigen musikwissenschaftlichen Vorarbeit eine besondere Herausforderung dar.
Rekonstruktion und Probenaufwand
Der musikalische Leiter der Festwochen, Ottavio Dantone, betonte, dass die Vorbereitung nicht allein musikalische Proben, sondern umfangreiche Rekonstruktionen der Partitur umfasst habe. Ziel sei es gewesen, die beiden zuvor «verlorenen Akte wiederherzustellen» und der vom Komponisten intendierten Form so nahe wie möglich zu kommen. Die Arbeiten gingen über die üblichen Proben hinaus und verlangten intensive musikwissenschaftliche Forschung.
„Ich hoffe, dass auch das Publikum von diesem Werk berührt sein wird, so wie wir alle, die wir das Privileg hatten, daran mitzuwirken und es wieder zum Leben zu erwecken.“
Ensemble und dramaturgische Dimension
Für die Aufführung konnte Dantone das Orchester Accademia Bizantina gewinnen. Insgesamt sind rund zwanzig Sängerinnen und Sänger beteiligt, die zusammen 47 Figuren verkörpern. Die musikalische und dramatische Vielfalt des Werks erfordert, so Dantone, eine einheitliche und natürliche Gestaltung der zahlreichen Szenen — ein Anspruch, dem Orchester und Sänger nach eigenen Angaben mit Engagement und Sorgfalt nachgekommen sind.
- Werk: "Il pomo d'oro" von Pietro Antonio Cesti
- Dauer: rund acht Stunden, aufgeführt an zwei Abenden mit Pausen
- Ort: Großes Haus, Tiroler Landestheater, Innsbruck
- Musikalische Leitung: Ottavio Dantone; Orchester: Accademia Bizantina
Kontext und Bedeutung für Innsbruck
Solche umfangreichen Barockproduktionen sind in Innsbruck selten und ziehen spezialisiertes Publikum sowie Fachinteresse an. Für das Landestheater bringt die Aufführung organisatorische Besonderheiten mit sich: verlängerte Spielzeiten, zusätzliche Pauseinfrastruktur und ein logistischer Mehraufwand für Technik und Personal. Für Besucherinnen und Besucher bedeutet die Aufteilung auf zwei Abende, dass Karteinnahmen und Besuchsplanung anders gestaltet werden müssen als bei üblichen Opernvorstellungen.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Ensemblegröße | 20 Sängerinnen und Sänger |
| Figuren | 47 Rollen |
| Dauer | ca. 8 Stunden (auf zwei Abende verteilt) |
Für Interessierte empfiehlt es sich, die Spielzeiten und Pausenregelungen des Landestheaters vorab zu prüfen und Karten rechtzeitig zu sichern, da die besondere Form der Produktion voraussichtlich ein breites Interesse weckt. Insgesamt hat die Wiederbelebung von "Il pomo d'oro" nicht nur kulturhistorischen Wert, sondern stellt auch das Innsbrucker Festspielangebot in den Fokus eines international orientierten Publikums.