Anlässlich der 50. Ausgabe der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik wurde am Tiroler Landestheater Antonio Cestis' monumentale Barockoper 'Il pomo d’oro' in einer rekonstruierten Fassung aufgeführt. Das Werk, das in historischen Quellen als ein aufwändiges, vielfach fragmentarisches Spektakel gilt, wurde von Festwochen-Musikchef Ottavio Dantone neu zusammengestellt und auf die Bühne gebracht.
Ein Werk von ungewöhnlichem Umfang
Die Produktion stellte in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung dar: Die Aufführung erstreckte sich über mehr als sieben Stunden Nettospieldauer und wurde auf zwei Abende verteilt. Auf der Bühne wirkten nach Angaben der Produktion rund 20 Sängerinnen und Sänger in insgesamt 47 Rollen. Solche Dimensionen verweisen nicht nur auf die musikalische, sondern auch auf die logistische Komplexität des Vorhabens.
- Rekonstruktion: Ottavio Dantone ergänzte nicht überliefertes Material mit Passagen aus anderen Cesti-Stücken und aus Skizzen, um eine spielfähige Fassung zu schaffen.
- Historischer Kontext: Die Oper wurde ursprünglich 1668 uraufgeführt und hatte in ihrer Prologfassung Bezüge an Leopold I. und seine Gemahlin Margarete Theresia von Spanien.
- Spielplan und Publikum: Die dramatische Länge und die opulente Besetzung stellten besondere Anforderungen an Zuschauer wie Veranstalter.
Was die Aufführung für Innsbruck bedeutet
Für das Festival markiert die Wiederaufnahme von 'Il pomo d’oro' eine Rückbesinnung auf die großen, historisch bedeutenden Produktionen, die Innsbruck in der Vergangenheit prägen. Musikintendanten hatten in jüngerer Zeit immer wieder diskutiert, ob kürzere Werke publikumswirksamer seien; die Entscheidung für das ausufernde Barockwerk zeigt nun eine klare programmatische Ausrichtung hin zu ambitionierten Projekten mit internationaler Strahlkraft.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Spieldauer (nett) | über 7 Stunden |
| Sängerinnen und Sänger | 20 |
| Rollen | 47 |
| Anlass | 50. Ausgabe der Festwochen |
Die künstlerische Arbeit an einer derart umfassenden Rekonstruktion hat unmittelbare Folgen für die lokale Kulturszene: Sie erhöht die Sichtbarkeit der Festwochen überregional, bindet Spielstätten wie das Tiroler Landestheater in große Produktionen ein und verlangt zugleich von Orchestern, Chorformationen und Sängern ein hohes Maß an historischer Praxis sowie Ausdauer.
Praktische Fragen für Besucherinnen und Besucher
Bei Werken dieser Länge sind für das Publikum organisatorische Informationen entscheidend: Spielort- und -zeitangaben, Pausenregelungen und Ticketmodalitäten sind bei derartigen Mehrabend-Produktionen zu beachten. Ebenso gewinnt die Auswahl geeigneter Sitzplätze an Bedeutung, wenn eine Aufführung in zwei aufeinanderfolgenden Abenden erlebbar gemacht wird.
Innsbruck hat mit der Aufführung von Cestis' 'Il pomo d’oro' ein weiteres Zeichen gesetzt, dass das Festival weiterhin auf programmatische Großprojekte setzt, die sowohl für Fachpublikum als auch für ein breiteres Kulturinteresse attraktiv sein können.