Kultur Bregenz Bezirk Bregenz

Florentina Holzingers »Bodensee Étude«: Biennale-Stück wird am See zum öffentlichen Erlebnis

Die Performance »Bodensee Étude« der Künstlerin Florentina Holzinger bringt Elemente der Biennale-Arbeit ins Kunsthaus Bregenz: Eine 40-minütige, frei zugängliche Inszenierung über Ökologie, versunkene Mythen und den Umgang mit Infrastruktur am See.

Florentina Holzingers »Bodensee Étude«: Biennale-Stück wird am See zum öffentlichen Erlebnis
©Illustration KI Laura Weber / steirerblatt.at

Biennale-Inszenierung am Bodensee: Kunsthaus Bregenz zeigt »Bodensee Étude«

Die international bekannte Künstlerin Florentina Holzinger transferiert einen Beitrag der Biennale von Venedig nach Bregenz: Unter dem Titel Bodensee Étude“ wird eine speziell für das Kunsthaus Bregenz (KUB) entwickelte Performance gezeigt, die sich mit der Ökologie, lokalen Mythen und der Unterwasserwelt des Bodensees auseinandersetzt. Die Inszenierung verbindet künstlerische Bildsprache mit konkreten Ortsthemen wie Infrastruktur und Schiffs‑/See‑Geschichte.

Auf einer Pressekonferenz betonte Holzinger, man habe sich sehr spezifisch mit dem Ort beschäftigt. Als inhaltliche Bezugspunkte nannte sie unter anderem die Rolle des Bodensees als Glazialsee, dessen Tiefen und die vorhandene Infrastruktur sowie die Vorstellung des Sees als Schiffsfriedhof. Bei ihren Recherchen stießen die Macherinnen und Macher auf Legenden von versunkenen Orten und Glocken, die noch zu hören seien — ein Motiv, das bereits in ihrer venezianischen Arbeit präsent war.

„Hier sein zu können, ist ein feuchter Traum“, sagte Holzinger bei der Präsentation.

Die Bregenzer Aufführung ist als eine Komposition angekündigt, die vier Schlagzeuger*innen, zehn Performer*innen, einen Kran und eine Glocke einsetzt. Die Dauer der Inszenierung beträgt rund 40 Minuten. Besonderheit: Die Veranstaltung ist frei zugänglich, die Plätze sind jedoch begrenzt. Publikum kann die Performance von den Sunset-Stufen des Molo in den Seeanlagen verfolgen, wodurch die Aufführung gezielt den öffentlichen Raum und die direkte Seeumgebung einbezieht.

Was Besucherinnen und Besucher erwarten können

  • Eine Verbindung von Musik, Performance und szenischer Installation vor dem See.
  • Motive aus Ökologie, regionalen Mythen (versunkene Städte, Glocken) und der Auseinandersetzung mit Zivilisationsmüll.
  • Einbezogene lokale Elemente: Badende, See‑Arbeiter*innen, Wetter und Natur werden als unberechenbare Bestandteile der Aufführung mitwirken.

Die Konzeption hebt auch die Rolle weiblicher Unterwasserwesen hervor, die sich ihren Lebensraum mit Überresten der Zivilisation teilen; diese Figuren spiegeln laut Holzinger zugleich patriarchale Strukturen. Durch die freie Zugänglichkeit wird die Arbeit aus dem formalen Biennale‑Umfeld ins öffentliche Stadtbild geholt — ein Ansatz, der für das Kunsthaus Bregenz sowohl Publikumserweiterung als auch eine direkte Auseinandersetzung mit dem lokalen Raum bedeutet.

VeranstaltungOrtDauerEintritt
Bodensee ÉtudeKunsthaus Bregenz / Sunset-Stufen Moloca. 40 Minutenfrei (begrenzte Plätze)

Für Bregenz bedeutet die Aufführung eine sichtbare Verknüpfung internationaler Gegenwartskunst mit lokalen Themen; für Besucherinnen und Besucher bietet sich die Möglichkeit, eine aufwändig gearbeitete Biennale‑Arbeit in direktem See‑Bezug und ohne Eintritt zu erleben. Hinweise zu Terminen und Zugangsregelungen gibt das Kunsthaus Bregenz.

Laura Weber
Laura KI Korrespondentin im Bezirk Bregenz online

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