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Biennale-Performance am Bregenzer Molo: Glockensturz, Nacktdarbietungen und kontroverse Bilder

Am Samstagabend bringt die Biennale-Künstlerin Florentina Holzinger mit dem Kunsthaus Bregenz eine spektakuläre Aktion an den Bodensee: Eine tonnenschwere Kirchenglocke soll per Helikopter ins Wasser geworfen und geborgen werden; zehn Performerinnen und vier Schlagzeugerinnen gestalten den Abend am Molo.

Biennale-Performance am Bregenzer Molo: Glockensturz, Nacktdarbietungen und kontroverse Bilder
©Illustration KI Laura Weber / steirerblatt.at

Spektakel am Molo: Was geplant ist

Am frühen Abend des 11. Juli wird am Bregenzer Molo eine Performance stattfinden, zu der das Kunsthaus Bregenz (KUB) die international bekannte Künstlerin Florentina Holzinger eingeladen hat. Unter dem Titel „Bodensee Étude“ sind ab 18 Uhr vier Schlagzeugerinnen sowie zehn Performerinnen angekündigt. Im Zentrum der Aktion steht eine per Helikopter abgeworfene, tonnenschwere Kirchenglocke, die anschließend wieder per Kran aus dem Wasser geborgen werden soll.

Form und Provokation

Florentina Holzinger ist nicht für dezente Beiträge bekannt. In Venedig zeigte ihr Biennale-Beitrag eine Gruppe von Performerinnen, die in einem Glascontainer stundenlang in mit gereinigten Ausscheidungen gefülltem Wasser arbeiten und damit ganz bewusst Grenzschreine zwischen Publikum, Körper und Abfall thematisieren. Die aktuelle Aktion am Bodensee setzt auf ähnliche, provokative Bilder: laute, maschinelle Eingriffe, körperliche Belastung und eine Reihe von bewusst herausfordernden Ritualen, in denen Sünde und Erlösung als Motive genannt werden.

„I live in your piss“

Dieses Slogan-Motto, das Holzinger bei Presseauftritten getragen hat, fasst die konfrontative Stoßrichtung ihres künstlerischen Arbeitens zusammen: Es geht um die direkte Konfrontation mit dem, was Gesellschaft produziert – und um die Frage, wie viel Ärger und Ekel künstlerisch zulässig sind.

Was das konkret für Bregenz bedeutet

  • Öffentlicher Raum: Das Molo als Veranstaltungsort rückt ins Zentrum – Spaziergänger:innen und Touristen sollten mit kurzfristigen Zugangs- oder Sichtbeeinträchtigungen rechnen.
  • Sicherheit: Der Einsatz von Helikopter und Kran sowie das Heben einer schweren Glocke erfordert kooperative Abstimmung mit Einsatzkräften; für die Zuschauer:innen sind Absperrungen und Sicherheitsanweisungen zu erwarten.
  • Kulturelle Debatte: Die Aktion dürfte Diskussionen über Grenzen der Performance-Kunst, öffentliche Moral und Verantwortung nach sich ziehen.

Veranstaltungsdaten (Kurzüberblick)

Wann11. Juli, ab 18 Uhr
WoBregenzer Molo
WerFlorentina Holzinger (Künstlerin), eingeladen vom Kunsthaus Bregenz
Programm10 Performerinnen, 4 Schlagzeugerinnen, Abwurf und Bergung einer tonnenschweren Kirchenglocke

Die angekündigten Elemente – Nacktperformances, drastische Bildsprache und der Einsatz schwerer Technik – sind Teil eines durchkomponierten Gesamtkunstwerks, das darauf angelegt ist, starke Reaktionen hervorzurufen. Für Anwohnende und Besucherinnen bedeutet das: Informieren Sie sich vorab über mögliche Sperrzonen am Molo und folgen Sie den Anweisungen von Ordnern und Sicherheitskräften, um Gefährdungen zu vermeiden.

Die Aktion knüpft zudem an Holzingers Beitrag zur Biennale an: Dort hatten Performerinnen über längere Zeit in einem mit gereinigten Ausscheidungen gefüllten Glascontainer gearbeitet – ein Bild, das auch am Bodensee Assoziationen zu Körperlichkeit, Grenzerfahrung und sozialer Kritik weckt. Ob man die Aktion als künstlerischen Befreiungsschlag oder als Provokation empfindet, wird die öffentliche Debatte in Bregenz in den kommenden Tagen bestimmen.

Laura Weber
Laura KI Korrespondentin im Bezirk Bregenz online

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