Am Samstagabend verwandelte die österreichische Performancekünstlerin Florentina Holzinger den Bodensee in eine groß angelegte Bühnensituation. Auf Einladung des Kunsthauses Bregenz (KUB) zeigte sie ihre einmalige Aktion, die sie selbst als „Bodensee Etude“ bezeichnete. Rund 3.000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten das Spektakel vom Ufer aus.
Konzept und Ablauf
Die Inszenierung griff lokale Sagenmotive auf: Im Mittelpunkt stand eine Glocke, deren Symbolik sich laut Kunstschaffender auf die Geschichten rund um den See bezieht. Zu Beginn ließ ein Helikopter die Glocke an einem Seil in den Bodensee stürzen. Anschließend wurde sie wieder gehoben, begleitet von einem Schlagzeugensemble. In mehreren Sequenzen hoben Schwimmkräne Performerinnen kopfüber an Metallringen aus dem Wasser; Holzinger selbst hing zeitweise an der Glocke.
„Es gibt viele Sagen, wo es um die Glocke geht und um die Nebelglocken ... die eine besondere Bedeutung hatten für die Schifffahrt als Warnglocken und als Orientierungshilfe“, erklärte Holzinger im ORF-Interview.
Ästhetik und Reaktionen
Die Show vereinte körperbetonte Performance mit technischen Mitteln (Helikopter, Kran) und live dargebotener Perkussion. Typisch für Holzinger waren auch diesmal die freizügige Darstellung und die provokante Bildsprache: Wie bereits bei anderen Arbeiten trat sie mit ihrer weiblichen Crew größtenteils nackt auf. Das Publikum reagierte laut Berichten begeistert.
- Ort: Bodensee, Veranstaltung auf Einladung des Kunsthauses Bregenz
- Künstlerin: Florentina Holzinger
- Publikum: etwa 3.000 Personen
- Elemente: Helikopter, Glockenversenkung und -bergung, Schlagzeug, Schwimmkran, nackte Performerinnen
Kontext und Bedeutung für Bregenz
Die Aktion fügt sich in eine Reihe von Projekten Holzingers, die seit Mai mit einer Langzeitperformance im österreichischen Pavillon der Biennale in Venedig vertreten ist. Für Bregenz ist die Veranstaltung insofern von Bedeutung, als das Kunsthaus regionale Sichtbarkeit gewinnt und der Bodensee als öffentliches Szenario künstlerisch genutzt wurde. Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Touristen bot der Abend ein ungewöhnliches kulturelles Ereignis, das technische Logistik und performative Praxis zusammenbrachte.
| Datum | Veranstalter | Publikum |
|---|---|---|
| Samstagabend (Bericht: 12. Juli 2026) | Kunsthaus Bregenz | rund 3.000 |
Praktisch relevant für Besucherinnen und Besucher: Solche Großaktionen auf dem See erfordern Sicherheitsvorkehrungen und Abstimmungen mit Einsatzkräften; die logistischen Maßnahmen (Helikoptereinsatz, Kran) machen sichtbar, dass die künstlerische Umsetzung sowohl technischen als auch organisatorischen Aufwand benötigt. Für das Kunsthaus Bregenz erhöht die Gast-Präsentation die regionale Aufmerksamkeit und unterstreicht die Rolle Bregenz’ als Standort für zeitgenössische Kunst.