Großer Andrang bei einmaliger Performance am Bregenzer Molo
Am Samstagabend verwandelte die Künstlerin Florentina Holzinger die Seeanlagen in Bregenz zu einer Bühne für ihre neue Aufführung „Bodensee Étude“, die das Kunsthaus Bregenz (KUB) als erweitertes „Bergungszenario“ präsentierte. Die Inszenierung vereinte visuelle und akustische Elemente und zog trotz freiem Eintritt zahlreiche Menschen an; auf den Sunset-Stufen des Molos kam es bereits vor Beginn zu großem Andrang.
Wegen der Menschenmenge und behördlicher Auflagen wurde das Molo nach Angaben des Veranstalters geschlossen, nachdem mehr als 1.500 Personen bereits vor Ort waren. Mindestens eine ähnlich große Zahl verfolgte die Darbietung aus der Ferne.
Inszenierung: schwere Maschinen, nackte Körper, Klang
Die Performance kombinierte für Holzinger typische Motive: Körper, mechanische Apparate und starker Einsatz von Klang. Zentraler Moment war der Einsatz einer Glocke, die per Helikopter über dem See transportiert und schließlich ins Wasser gelassen wurde. Begleitet wurde das Geschehen von einem Schlagzeugensemble, dessen Rhythmus zu einem immer lauter werdenden akustischen Teppich anschwoll.
- Helikopter pendelte die Glocke über dem See.
- Schwimmkran hob Performerinnen aus dem Wasser, die in einem luftigen Ballett agierten.
- Körperarbeit und Stunt-Elemente: Holzinger selbst beteiligte sich in und an der Glocke.
Teilweise kam es zu technischen Schwierigkeiten: Ein Seil löste sich nicht wie geplant, was die Dramaturgie jedoch nicht entscheidend beeinträchtigte. Die Zusammenführung von Trommeln, Wind und einem bearbeiteten Donnerblech erzeugte einen dichten Klangraum, der formal an ein Seegewitter erinnerte und in der Inszenierung als Hinweis auf ökologische Spannungen interpretiert werden kann.
Bedeutung für Bregenz und das Publikum
Die Aufführung markiert eine sichtbare Verbindung zwischen dem lokalen Kulturangebot des KUB und Holzingers internationaler Präsenz — die Künstlerin ist derzeit auch im Österreich-Pavillon der Biennale in Venedig vertreten. Für Bregenz bedeutete der Abend nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern auch logistische Herausforderungen: Die Sperre des Molos zeigt, wie groß das Interesse an einmaligen Performanceprojekten ist und welche Anforderungen an Sicherheit sowie Besuchersteuerung sich daraus ergeben.
Für Einwohnerinnen und Besucher ist relevant:
- Bei kostenlosen, offenen Veranstaltungen ist mit frühem Ansturm zu rechnen; Sitzplätze auf Stufen sind nicht reservierbar.
- Behördliche Sicherheitsauflagen können kurzfristige Sperren von Veranstaltungsflächen nach sich ziehen.
- Performancekunst am See bindet Infrastruktur (Wasserfahrzeuge, Krane, Hubschrauber) und erfordert koordinierte Abläufe zwischen Veranstalter, Künstlern und Behörden.
Technik und Ästhetik verknüpft mit lokalen Bezügen
Inhaltlich griff die Inszenierung auf See-Mythen und die spezifische Atmosphäre des Bodensees zurück. Die Verwendung von Wasser, aufsteigenden und fallenden Körpern sowie das lautstarke akustische Gefüge stellten eine direkte Beziehung zur Naturkulisse her und lenkten zugleich auf die Fragilität der Ökologie hin, ohne jedoch eine eindeutige Aussage aufzudrängen.
| Ort | Datum | Veranstalter | Besucher (vor Ort) |
|---|---|---|---|
| Bregenzer Seeanlagen / Molo | 11. Juli 2026 | Kunsthaus Bregenz (KUB) | > 1.500 |
Die Vorstellung zeigt, dass Bregenz als Schauplatz für performative Großprojekte zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zugleich weist der Abend auf die Notwendigkeit hin, öffentliche Räume für Kunstveranstaltungen sorgfältig zu planen, um Sicherheit und Zugänglichkeit für ein interessiertes Publikum zu gewährleisten.