DFB, Red Bull und Klopp: Ein Gipfel mit weitreichenden Folgen
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Energydrink-Konzern Red Bull treten in direkte Verhandlungen, um die vertraglichen Hürden für einen Wechsel von Jürgen Klopp in das Amt des Bundestrainers aus dem Weg zu räumen. Nach SID-Angaben wird ein Treffen der DFB-Spitze mit Verantwortlichen von Red Bull am kommenden Dienstag in München stattfinden. Im Zentrum steht die Frage, unter welchen Bedingungen Klopp aus seinem bis 2029 laufenden Vertrag als „Head of Global Soccer“ ausscheiden könnte.
Stand der Verhandlungen
Der DFB hatte bereits in der vergangenen Woche mit Klopp eine Verständigung über die „wesentlichen Eckpunkte“ eines möglichen Vertrages erzielt. Demnach sieht ein beidseitiger Plan eine Zusammenarbeit bis 2030 vor. Allerdings ist diese mündliche Vereinbarung laut Verband weiterhin an die Zustimmung des aktuellen Arbeitgebers gebunden.
Der Verband äußerte sich anschließend „zuversichtlich, dass die Verhandlungen letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können“ – allerdings „vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull.“
Was wird verhandelt?
Konkret geht es um einen Release-Mechanismus: Unter welchen Voraussetzungen kann Klopp seinen Posten bei Red Bull aufgeben? Gespräche sollen klären, ob eine finanzielle Ablöse, eine zeitlich begrenzte Freistellung oder ein Verbleib Klopps in beratender Funktion beim Konzern möglich sind. Medien berichten zudem, dass die DFB-Verhandlungsführer Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke an den Gesprächen teilnehmen.
- Teilnehmer: DFB-Präsidium um Bernd Neuendorf, Red-Bull-Vertreter
- Ort: München
- Ziel: Regelung eines Klopp-Exits aus dem Vertrag bis 2029
Zeithorizont und sportliche Konsequenzen
Die Dringlichkeit ergibt sich aus dem Zeitplan des DFB: Sollte die Einigung gelingen, würde Klopp früh genug zur Verfügung stehen, um die Nachfolge von Julian Nagelsmann zu übernehmen. Als erster offizieller Auftritt unter seiner Leitung ist das Länderspiel am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande im Rahmen der Nations League vorgesehen. Ob sich die Beteiligten unmittelbar nach dem Treffen äußern werden, ist offen.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Vergangenheit | Einigung zwischen DFB und Klopp über Vertragsgrundlagen bis 2030 |
| Dienstag | Treffen DFB-Spitze mit Red Bull in München |
| 24. September | Erstes mögliches Spiel Klopps als Bundestrainer: NL gegen die Niederlande |
Offene Fragen bleiben
Unklar ist, in welchem Ausmaß Red Bull einer schnellen Freigabe zustimmt oder strikte Bedingungen stellt. Ebenfalls offen ist, ob Klopp nach einem möglichen Abschied komplett für den DFB tätig wäre oder dem Konzern in einer beratenden Rolle erhalten bleiben könnte. Für den DFB steht viel auf dem Spiel: Eine Einigung mit Red Bull würde die Personalie abschließen und Ruhe in die Bundestrainer-Frage bringen; ein Scheitern könnte den Verband zu alternativen Lösungen zwingen.
Die anstehenden Gespräche in München sind daher mehr als eine Formalie – sie entscheiden darüber, ob der DFB seine Wunschlösung realisieren kann oder ob es zu Verzögerungen und komplizierten Verhandlungen mit einem mächtigen Arbeitgeber kommt.