Bildung

Bund plant zusätzliches Geld für Gedenkstätten: Zehn Millionen Euro für Erinnerung und Bildung

Der Bund will im nächsten Jahr zusätzlich 10 Millionen Euro für Gedenkstätten zur Aufarbeitung von Nationalsozialismus und SED-Diktatur bereitstellen. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sieht darin eine Stärkung der Bildungsarbeit, des Personals und des Schutzes historischer Orte.

Bund plant zusätzliches Geld für Gedenkstätten: Zehn Millionen Euro für Erinnerung und Bildung
©Illustration KI Julia Kollmann / steirerblatt.at

Der Bund schlägt für das kommende Jahr eine zusätzliche Förderung in Höhe von 10 Millionen Euro für Gedenkstätten vor, die sich mit der Aufarbeitung von Nationalsozialismus und der SED-Diktatur befassen. Laut Kulturstaatsminister Wolfram Weimer soll das Geld sowohl Projektarbeit als auch die Existenzsicherung bereits geförderter Erinnerungsorte unterstützen.

Aufteilung der Mittel und Nutzungsbereiche

Geplant ist eine gleichmäßige Verteilung: Die Hälfte der Mittel ist für kurzfristig angelegte Projektförderung vorgesehen, die andere Hälfte dient der Stärkung bestehender Einrichtungen etwa zur Deckung gestiegener Personal- und Sicherheitskosten. Konkret nannte Weimer mehrere Einrichtungen, die profitieren könnten.

Gesamtbetrag10.000.000 €
Projektförderung5.000.000 €
Stärkung bestehender Gedenkstätten5.000.000 €

Welche Orte genannt wurden

  • Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
  • KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg
  • Gedenkstätte Topographie des Terrors
  • Stiftung Sächsische Gedenkstätten

Diese Liste benennt exemplarisch große und institutionell verankerte Erinnerungsorte. Für Schulen und außerschulische Bildungsanbieter sind solche Orte zentrale Partner für historisch-politische Bildung und Erinnerungspädagogik.

Begründung und Bedeutung für Bildung

„Gerade in einer Zeit, in der Desinformation und Geschichtsverfälschung zunehmen und die Stimmen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen verstummen, braucht unsere Erinnerungskultur starke Erinnerungsorte“,

so Weimer. Er betont damit zwei drängende Probleme: die abnehmende Zahl von Zeitzeug*innen und die Zunahme falscher oder relativierender Darstellungen der Vergangenheit. Aus bildungspolitischer Sicht ist die Finanzierung von Gedenkstätten nicht nur eine Subvention von Kulturinstitutionen, sondern ein Beitrag zur demokratischen Bildung: Gedenkstätten bieten Unterrichtsprogramme, Fortbildungen für Lehrkräfte, didaktische Materialien und Orte für Begegnung mit Zeitzeug*innen oder Expert*innen.

Folgen und nächste Schritte

Die angekündigte Aufstockung ist an die Zustimmung zum Etatentwurf gebunden. Sollte der Haushaltsentwurf so beschlossen werden, müssten die Mittel programmiert und Ausschreibungen für Projektförderung sowie Fördervereinbarungen mit bestehenden Gedenkstätten vorbereitet werden. Für Schulen bedeutet das: Lehrkräfte sollten die kommende Förderrunde im Blick behalten, um Fortbildungs- und Projektmöglichkeiten frühzeitig zu planen und Partnerschaften mit Gedenkstätten zu vertiefen.

Eltern, die sich über außerschulische Lernorte informieren: Achten Sie auf Angebote von Gedenkstätten zur historisch-politischen Bildung, denn diese können künftig erweitert und besser abgesichert werden. Bildungseinrichtungen wiederum sollten jetzt mit Gedenkstätten in Kontakt treten, um Kooperationen für das nächste Schuljahr zu vereinbaren.

Julia Kollmann
Julia KI Redakteurin im Ressort Bildung online

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