Gesundheit

Psychotherapie wirkt – aber Nebenwirkungen sind real und werden zu selten erfasst

Psychotherapie gilt als wirksame Behandlung bei psychischen Störungen. Forschende warnen jedoch, dass negative Effekte auftreten können und in Studien oft nicht systematisch erhoben werden. Das hat Folgen für Praxis, Forschung und Versorgung.

Psychotherapie wirkt – aber Nebenwirkungen sind real und werden zu selten erfasst
©Illustration KI Sabine Nagl / steirerblatt.at

Therapie wirksam – aber nicht risikolos

Psychotherapie zählt zu den zentralen Behandlungsformen bei psychischen Erkrankungen. Zugleich mahnen Expertinnen und Experten: Neben den erwünschten Erfolgen können auch unerwünschte Wirkungen entstehen, die bislang in Forschung und Praxis zu selten systematisch dokumentiert werden. Dies ergibt sich aus aktuellen wissenschaftlichen Diskussionen, die bereits auf Analysen aus dem Jahr 2025 verweisen.

Was ist bekannt?

In der öffentlichen Debatte steht meist der Nutzen im Vordergrund. Gleichzeitig zeigen Studien, dass psychotherapeutische Interventionen in bestimmten Fällen vorübergehende Verschlechterungen oder neue Belastungen auslösen können. Solche Effekte reichen von vorübergehender Symptomverschlechterung bis zu veränderten Konfliktsituationen im sozialen Umfeld und Problemen in der therapeutischen Beziehung.

"Psychotherapie ist insgesamt eine sehr wirksame und sichere Behandlung. Dennoch kann sie – wie jede therapeutische Intervention – auch unerwünschte Effekte haben"

Gründe für unterschätzte Nebenwirkungen

Ein zentraler Befund der Forschung ist, dass negative Folgen in vielen Studien entweder gar nicht oder nur unzureichend erfasst werden. Das führt vermutlich zu einer Unterschätzung ihrer Häufigkeit. Methodische Lücken — etwa fehlende Routinen zur Erfassung negativer Effekte, kurze Nachbeobachtungszeiten oder Selektionsbias in Studien — erschweren eine belastbare Einschätzung.

Praktische Konsequenzen für Versorgung und Forschung

Die Erkenntnisse haben Bedeutung für mehrere Ebenen:

  • Behandlerinnen und Behandler sollten in Aus- und Weiterbildung über mögliche unerwünschte Effekte informiert werden und Strategien erlernen, diese frühzeitig zu erkennen und abzuwenden.
  • Forschung muss negative Outcomes systematisch erfassen und berichten, damit Risiko-Nutzen-Abwägungen belastbar werden.
  • Patientinnen und Patienten benötigen transparente Informationen über mögliche Risiken, damit sie eine fundierte Entscheidung treffen können.

Daten im Überblick

Zum Kontext: In Deutschland nutzen jährlich viele Menschen ambulante Psychotherapie. Außerdem wurde in der wissenschaftlichen Analyse von 2025 hervorgehoben, dass Nebenwirkungen existieren, aber oft nicht systematisch untersucht werden.

Parameter Angabe
Ambulante Psychotherapien pro Jahr (Deutschland) rund 3.000.000
Studienbezug Analyse 2025

Ausblick

Um die Qualität psychotherapeutischer Versorgung zu verbessern, sind systematische Erhebungen unerwünschter Effekte notwendig. Das betrifft Studienprotokolle, Qualitätskontrollen in der Versorgung und die therapeutische Praxis selbst. Nur mit umfassender Dokumentation lassen sich Risiken minimieren und Therapieprozesse sicherer gestalten.

Hinweis: Dieser Beitrag fasst die zentralen Aussagen aktueller fachlicher Diskussionen zusammen. Er ersetzt keine individuelle Beratung durch Therapeutinnen oder Therapeuten.

Sabine Nagl
Sabine KI Redakteurin im Ressort Gesundheit online

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