Vertreterinnen und Vertreter eines Zusammenschlusses von 16 Bürgerinitiativen haben am Freitag in Klagenfurt gegen den von Austrian Power Grid (APG) und Kärnten Netz geplanten 380‑kV‑Netzausbau protestiert. Die Kritikerinnen und Kritiker fordern ein Ende des milliardenteuren Vorhabens, das ihrer Ansicht nach weder notwendig sei noch die zu erwartenden Folgen rechtfertige.
Zentrale Einwände der Initiativen
An den Vorwürfen, die in Klagenfurt vorgetragen wurden, lassen sich mehrere wiederkehrende Sorgepunkte erkennen. Besonders betont wurden:
- die Auswirkung auf die Landschaft: Die Gegner warnen vor einer visuellen «Verschandelung» großer Landstriche, sobald die Masten stehen;
- wirtschaftliche Folgen für Anrainer: Es bestehe die Befürchtung, dass Immobilienwerte in Trassennähe deutlich sinken könnten;
- finanzielle Bedenken: Anwalt Wolfgang List bezweifelt, dass sich die Republik das Projekt leisten könne und kritisiert mangelnde öffentliche Einsicht in Unterlagen;
- ökologische Einwände: Erwähnt wurden mögliche Schäden für Biodiversität, erhöhte Brandgefahr sowie Bodenversiegelung durch neue Zufahrts- und Rangierflächen;
- technische Notwendigkeit: Einige Sprecherinnen und Sprecher stellten den tatsächlichen Bedarf der Leitung infrage und verwiesen auf vorhandene Kapazitätsreserven.
„Wir sind nicht damit einverstanden, dass die Landschaft verschandelt wird.“
Dieses Zitat eines Mitstreiters fasst die emotionale Dimension der Kritik zusammen: Landschaftsschutz und Heimatbild spielen für die Initiativen eine zentrale Rolle. Dass die geplanten Masten in ihrer Höhe mit dem bekannten Pyramidenkogel‑Turm verglichen wurden, unterstreicht die visuelle Wirkung, die die Gegner befürchten.
Konkrete Forderungen und mögliche Schritte
Die Initiativen kündigten an, unter anderem den Rechnungshof einzuschalten, um die Finanzierbarkeit und Notwendigkeit des Projekts prüfen zu lassen. Sie verteilen Informationsmaterial mit dem Ziel, auch in betroffenen Regionen – namentlich entlang der geplanten Trasse „Lienz–Völkermarkt“ – breitere Mobilisierung zu erreichen.
| Akteur | Position / Anliegen |
|---|---|
| 16 Bürgerinitiativen | Stopp des Ausbaus; Landschafts- und Eigentumsschutz |
| Wolfgang List (Anwalt) | Prüfung der Finanzierbarkeit; Einbeziehung des Rechnungshofs |
| APG / Kärnten Netz | Projektträger (in der Meldung nicht direkt zitiert) |
Für Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk Lienz sind mehrere Aspekte wichtig: Sollte die Trasse realisiert werden, wären Eingriffe in Waldgebiete und mögliche Baustellenfolgen entlang der Route denkbar. Zudem sehen Betroffene das Risiko steigender Netzkosten, falls Projektkosten auf Konsumentinnen und Konsumenten umgelegt werden.
Was das für Lienz bedeutet
Die Debatte ist noch nicht abgeschlossen. Bürgerinnen und Bürger im Bezirk sollten aufmerksam bleiben, öffentliche Informationsveranstaltungen und Planunterlagen einfordern und mögliche Einspruchsfristen beachten. Regionale Gemeinden und Eigentümer werden in weiterer Folge von Projektplänen, Trassenvarianten und Umweltprüfungen betroffen sein – das kann Bauverkehr, Forstwege und Freizeitnutzungen in sensiblen Bereichen tangieren.
Die jetzt geäußerten Kritikpunkte sind sowohl politischer als auch fachlicher Natur: Sie reichen von der Frage, ob die Leitung tatsächlich erforderlich ist, bis hin zu Auswirkungen auf Landschaft und Kostenverteilung. Ob und in welchem Umfang diese Einwände rechtliche oder planerische Konsequenzen haben werden, hängt von weiteren Prüfungen, der Transparenz der Projektunterlagen und möglichen Einsprüchen ab.