Seltene Sichtung löst lokale Maßnahmen aus
Im Mai wurde am Horn in Feldbach ein Biber von Passantinnen und Passanten beobachtet und gefilmt. Die Präsenz des Nagetiers, das unter strengem Schutz steht und die Artenvielfalt bereichert, hat die Gemeinde veranlasst, größere Bäume entlang des Hombrechtiker Bachauslaufs vorsorglich mit Maschendraht zu umhüllen. Ziel ist es, das Abfressen der Rinde und damit ein Absterben wertvoller Bäume zu verhindern.
Konkrete Schutzmaßnahmen und ihre Gründe
Die Schutzumhüllungen sind eine gezielte Reaktion auf wiederholte Biberaktivitäten an der Stelle. Die Maßnahme dient dem Erhalt größerer Bäume, die für das Ortsbild sowie als Schattenspender und Lebensraum wichtig sind. Gleichzeitig soll damit ein Konflikt zwischen Naturschutz und lokalem Baumbestand abgewendet werden.
Eine regelmäßige Spaziergängerin aus dem Ort berichtet, dass der Nager erstmals vor drei Jahren an dieser Stelle gesehen worden sei. Zugleich habe der Jagdaufseher damals angenommen, der Biber werde nicht dauerhaft bleiben.
«Erstmals hatten wir den Biber vor drei Jahren dort gesehen. Der Jagdaufseher war damals der Meinung, dass der Biber nicht bleiben würde.»
Regionale Einordnung und Vergleichsdaten
Die Sichtung in Feldbach ist Teil einer wachsenden Wahrnehmung von Bibervorkommen in dicht besiedelten Regionen. Zum Vergleich zeigen kantonale Zahlen aus der Schweiz, dass Ende Dezember 2025 im Kanton Zürich rund 520 Biber in 165 Revieren registriert waren; zwei dieser Reviere lagen am Zürichsee (Wollishofen und Meilen). Solche Zahlen dienen als Orientierung, wie sich Populationen entwickeln können, sind jedoch nicht direkt auf Feldbach übertragbar.
| Parameter | Angabe (Quelle) |
|---|---|
| Registrierte Biber (Kanton Zürich, Dez 2025) | 520 |
| Anzahl Reviere (Kanton Zürich, Dez 2025) | 165 |
| Nachweis am Zürichsee | 2 Reviere (Wollishofen, Meilen) |
Was dies für Feldbach bedeutet
- Vorbeugende Baumvernetzung: Schutzgitter reduzieren kurzfristig Schäden an parkbildenden und ökologisch bedeutenden Bäumen.
- Langfristige Beobachtung: Wiederkehrende Sichtungen erfordern Monitoring, um Balance zwischen Artenschutz und Baumerhalt zu gewährleisten.
- Information für Spaziergängerinnen und Anrainer: Verhaltensempfehlungen bei Begegnungen mit Wildtieren sowie Hinweise zum Schutz von Uferbereichen.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Feldbach heißt das: Kleine, gezielte Eingriffe wie Maschendrahtumwicklungen können helfen, Konflikte zu begrenzen. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, ob sich der Biber dauerhaft etabliert. Das lokale Verhalten des Wasserzuflusses – aus dem Wolfhauser Klausbach gespeist und durch die ARA Schachen als nicht besonders sauber bezeichnet – wird dafür eine Rolle spielen, da Wasserqualität Lebensraumqualität beeinflusst.
Die Gemeinde ist gefordert, weitere Beobachtungen zu dokumentieren und bei Bedarf in Abstimmung mit fachkundigen Stellen weitere Maßnahmen zu ergreifen. Für Spaziergängerinnen und Anwohnerinnen gilt: Abstand halten, keine Fütterung und Schäden melden, damit sowohl die Bäume als auch das Nagetier geschützt werden können.