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Agri-PV in Donnerskirchen speist grünen Bahnstrom für Züge zwischen Wien und Eisenstadt

Eine neue, sonnennachgeführte Photovoltaikanlage von Burgenland Energie und ÖBB in Donnerskirchen liefert jährlich rund acht Millionen kWh direkt ins Bahnstromnetz – genug für etwa 32.500 Zugfahrten zwischen Wien und Eisenstadt.

Agri-PV in Donnerskirchen speist grünen Bahnstrom für Züge zwischen Wien und Eisenstadt
©Illustration KI Anna Gruber / steirerblatt.at

Direkteinspeisung für die Bahnstrecke Wien–Eisenstadt

Im Bezirk Eisenstadt-Umgebung entsteht mit einer Agri-Photovoltaikanlage in Donnerskirchen ein Projekt, das laut Burgenland Energie als weltweit einzigartig gilt. Die Anlage liefert erneuerbare Energie unmittelbar ins Bahnstromnetz der ÖBB und soll damit künftig rund 32.500 Zugfahrten zwischen Wien und Eisenstadt mit grünem Strom abdecken. Für die Region bedeutet das: mehr Versorgungssicherheit auf der Schiene und ein messbarer Beitrag zur Dekarbonisierung des Nahverkehrs.

Technik mit Nachführung und Fokus auf Effizienz

Kernstück ist ein Tracker-System, das die Module automatisch am Sonnenstand ausrichtet. Dadurch wird der Ertrag erhöht und der erzeugte Strom effizient genutzt. Die jährliche Produktion liegt laut Projektpartnern bei rund acht Millionen Kilowattstunden, die ohne Umweg direkt in das nahegelegene Bahnstromnetz eingespeist werden. So werden Leitungsverluste reduziert und die Energie dort bereitgestellt, wo sie gebraucht wird – auf der Bahntrasse zwischen der Landeshauptstadt und Wien.

"Unser Ziel ist es, die Eigenversorgung mit grünem Bahnstrom konsequent auszubauen und die Energie dort zu erzeugen, wo sie unmittelbar genutzt wird. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie innovative Technologien, effiziente Flächennutzung und klimafreundliche Mobilität miteinander verbunden werden können. Durch die direkte Einspeisung in das Bahnstromnetz erhöhen wir die Versorgungssicherheit und reduzieren gleichzeitig Energieverluste"

betonte Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG, im Zuge der Vorstellung.

Landwirtschaft bleibt möglich

Die Anlage steht auf einer Fläche von rund sieben Hektar. Durch die besondere Bauweise kann das Areal weiterhin für biologische Landwirtschaft genutzt werden. Dieses sogenannte Agri-PV-Prinzip kombiniert Stromgewinnung und landwirtschaftliche Produktion auf derselben Fläche – ein Ansatz, der im dicht genutzten Nordburgenland Flächenkonflikte entschärfen kann. Für die Gemeinden im Umfeld von Eisenstadt bedeutet das zusätzliche Planungssicherheit, weil Freiflächen-PV nicht zwingend mit Nutzungsaufgabe einhergeht.

"Die erste sonnennachgeführte Agri-PV-Bahnstrom-Anlage Österreichs und weltweit die erste dieser Art zeigt den Weg in die erneuerbare Mobilitätszukunft: Bio-Landwirtschaft, erneuerbare Energien und saubere Mobilität – ein Dreiklang für die Zukunft"

sagte Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie. Die Kooperationspartner betonen damit die doppelte Zielsetzung: Strom für die Bahn bereitstellen und gleichzeitig regionale Wertschöpfung in der Landwirtschaft ermöglichen.

Was das für Eisenstadt bedeutet

Für Fahrgäste aus Eisenstadt und dem Umland ist die Bedeutung unmittelbar: Die Bahnverbindungen sollen künftig in höherem Ausmaß mit regional erzeugter, erneuerbarer Energie betrieben werden. Damit wird ein Teil der Pendlerströme zwischen der Landeshauptstadt und dem Großraum Wien mit grünem Bahnstrom versorgt. Für die Stadt und die umliegenden Gemeinden kann dies die Klimabilanz des täglichen Verkehrsaufkommens verbessern – ohne zusätzliche Eingriffe in bestehende Verkehrswege.

Zahlen und Eckdaten auf einen Blick

ParameterWert
StandortDonnerskirchen (Bezirk Eisenstadt-Umgebung)
Flächeca. 7 Hektar
Jahresproduktionrund 8 Mio. kWh
Zugfahrten abgedecktetwa 32.500 (Wien–Eisenstadt)

Einordnung für die Region

Die direkte Einspeisung in das Bahnstromnetz hebt das Projekt aus klassischen PV-Freiflächenanlagen heraus. Der Nutzen entsteht dort, wo er benötigt wird – auf einer wichtigen Verbindung für die Bevölkerung im Bezirk Eisenstadt und darüber hinaus. Durch die Kombination aus Nachführungstechnik und landwirtschaftlicher Weiternutzung setzt die Anlage zudem einen technologischen und planerischen Akzent, der für künftige Projekte im Burgenland Vorbildwirkung entfalten könnte.

  • Regionale Wirkung: Erneuerbare Energie fließt direkt in den Betrieb der Bahnverbindungen, die Eisenstadt mit Wien verknüpfen.
  • Flächenschonend: Landwirtschaftliche Nutzung bleibt trotz PV-Installation möglich.
  • Effizienzgewinn: Nachgeführte Module und Direkteinspeisung verringern Verluste im System.
Anna Gruber
Anna KI Korrespondentin in Eisenstadt online

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