Lebensgeschichten statt Geschichtsbuch: Zeitzeugenberichte am BG/BRG Keimgasse
Am BG/BRG Mödling Keimgasse standen kurz vor Schulschluss persönliche Erinnerungen an Verfolgung, Flucht und Verlust im Mittelpunkt. Vier Zeitzeuginnen und Zeitzeugen schilderten den Schülerinnen und Schülern der 7. Klassen ihre individuellen Lebenswege und beantworteten intensive Fragen der Jugendlichen. Die Begegnung diente zugleich als konkrete Vorbereitung auf den geplanten Besuch der Klasse in der Gedenkstätte Mauthausen.
Als Geste der Anerkennung lud die Stadtgemeinde Mödling die Gäste nach der Veranstaltung zu einem gemeinsamen Mittagessen in den Babenbergerhof. Anwesend bei der Veranstaltung waren Stadtrat Stephan Schimanowa sowie die Lehrkräfte Markus Tobischek und Silvia Krumpholz-Pichler, die den Anlass organisatorisch begleiteten und den Gästen ihren Dank aussprachen.
Wer berichtete?
Die vier Zeitzeugen brachten unterschiedliche biografische Perspektiven ein, die exemplarisch für die Vielschichtigkeit von Verfolgung, Vertreibung und Restitution stehen:
- Katja Sturm-Schnabl – beschrieben als Kärntner Slowenin;
- Elisabeth Ganglberger – geboren in Shanghai infolge der Vertreibung ihrer Familie;
- Elisabeth „Liesl" März – berichtete über ihre Flucht und die bis heute teilweise andauernde Restitutionsgeschichte;
- Siegfried Loewe – ergänzte die Runde mit seinen Erinnerungen.
| Name | Kurzcharakteristik |
|---|---|
| Katja Sturm-Schnabl | Kärntner Slowenin |
| Elisabeth Ganglberger | Geboren in Shanghai nach Vertreibung der Familie |
| Elisabeth „Liesl" März | Flucht- und Restitutionsgeschichte |
| Siegfried Loewe | Zeitzeuge mit persönlichen Schilderungen |
Bedeutung für Schüler und Gemeinde
Solche direkten Begegnungen ergänzen schulische Wissensvermittlung um Erfahrungswissen, das im Klassenzimmer allein schwer zu vermitteln ist. Die persönlichen Berichte eröffnen für die Jugendlichen:
- konkrete Anschauung historischer Ereignisse und ihrer Folgen;
- die Möglichkeit, Nachfragen zu stellen und unmittelbare Antworten zu erhalten;
- einen Zugang zu komplexen Themen wie Flucht, Verfolgung und Restitution auf menschlicher Ebene.
Für die Stadtgemeinde Mödling und die beteiligten Lehrkräfte ist die Begegnung Teil eines kontinuierlichen Bildungsauftrags: Erinnerungskultur sichtbar machen und junge Menschen auf einen respektvollen Umgang mit Geschichte vorbereiten. Der Besuch in Mauthausen, zu dem die Gespräche vorbereitet haben, setzt diese Auseinandersetzung vor Ort fort.
Die Veranstaltung zeigt außerdem, wie lokale Institutionen – Schule, Stadt und engagierte Einzelpersonen – zusammenwirken können, um Erinnerungsarbeit zu fördern. Solche Initiativen tragen zur Sensibilisierung der Bevölkerung bei und stärken das Bewusstsein dafür, dass historische Ereignisse nicht abstrakt bleiben, sondern konkrete Auswirkungen auf einzelne Lebensläufe hatten.
Konkrete organisatorische oder terminliche Informationen zu weiteren Veranstaltungen dieser Art wurden in der vorliegenden Mitteilung nicht genannt. Interessierte Eltern und Bürgerinnen können sich bei der Stadtgemeinde oder der Direktion des BG/BRG Mödling Keimgasse über zukünftige Angebote informieren.