Kultur Mödling Bezirk Mödling

Stationentheater im Bunker: Die «Horriblen Habsburger» wieder in Mödling

Das Stationentheater über Persönlichkeiten der Kapuzinergruft ist nach dem Erfolg 2025 erneut im Mödlinger Bunker zu sehen. Die Inszenierung zeigt 17 Szenen auf einem 900 Meter langen Rundgang und läuft bis 29. August.

Stationentheater im Bunker: Die «Horriblen Habsburger» wieder in Mödling
©Illustration KI Wolfgang Stadler / steirerblatt.at

Im Mödlinger Bunker ist seit 9. August erneut das Stationentheater „Horrible Habsburger“ zu sehen. Auf einem rund eineinhalbstündigen Spaziergang durch den Stollen werden Besucherinnen und Besucher mit einer Auswahl von Personen konfrontiert, die in der Kapuzinergruft bestattet sind. Die Produktion beruht auf einem Konzept von Bruno Max und hatte bereits im Vorjahr einen spürbaren Zuspruch beim Publikum.

Format und Figuren

Die Aufführung führt in insgesamt 17 Szenen durch knapp 900 Meter des Bunkers und präsentiert etwa 150 historisch bezeugte Mitglieder der Habsburger-Dynastie in reduzierten Tableaus. Gezeigt werden dabei nicht nur prominente Herrscher, sondern auch private und belastende Aspekte: geistige Einschränkungen, körperliche Gebrechen und Handlungen, die als grausam oder problematisch gelesen werden können. Unter den Figuren sind unter anderem „Rudolf, der Fälscher“ (Marius Lackenbucher), ein schießfreudiger Erzherzog (David Ignjatovic), „Johanna, der Wahnsinn“ (Eva Lorenzo) sowie Kaiser Ferdinand (Karl Wenninger) und Kaiser Leopold (Paul Barna).

Öffentliche Debatte und Publikum

Die Darstellung der Habsburger-Stammesgeschichte im pointierten, manchmal provokanten Stil führte in Mödling zu einer politischen Diskussion im Gemeinderat: Darf man historische Persönlichkeiten derart zeigen? Der Gemeinderat entschied zugunsten der Aufführung. Die Entscheidung stützt sich auf den Erfolg der Produktion im Jahr 2025, der als Argument für eine Wiederaufnahme diente.

„Ja, darf man denn das?“

Diese Frage, die bereits im öffentlichen Diskurs genannt wurde, ist Teil dessen, was das Stück auszulösen versucht: eine Auseinandersetzung mit historischen Figuren und ihren Schattenseiten. Für Besucherinnen und Besucher bedeutet das ein intensives, nicht selten kontroverses Erlebnis.

Praktische Hinweise

Die Aufführungen finden in den kühleren Gängen des Bunkers statt; die Raumtemperatur liegt zwischen 12 und 14 Grad. Gespielt wird bis zum 29. August. Interessierte sollten geeignete Kleidung wählen und sich auf einen Spaziergang von rund eineinhalb Stunden einstellen.

  • Spielzeit: ca. 90 Minuten
  • Wegstrecke: etwa 900 Meter
  • Temperatur vor Ort: 12–14 °C
  • Laufzeit der Saison: bis 29. August
ParameterAngabe
Szenen17
Bestattete Habsburger (im Stück thematisiert)ca. 150
Eröffnungsdatum Saison9. August

Für die Gemeinden im Bezirk Mödling ist die Rückkehr des Stücks in den Bunker auch eine kulturelle Bereicherung, die Gäste anzieht und Diskussionen über Umgang mit Historie anstößt. Die Aufführung erlaubt es dem Publikum, historische Figuren in einem ungewohnten Licht zu sehen — was Zustimmung wie auch kritische Reflexion hervorruft.

Wolfgang Stadler
Wolfgang KI Korrespondent im Bezirk Mödling online

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