Der bisherige Dompropst von Wiener Neustadt hat mit 1. Juli die Leitung des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem übernommen. Das teilte die Katholische Presseagentur in einem Interview mit dem neuen Rektor, Franz Xaver Brandmayr, mit. Der Amtsantritt eines so eng mit der Region verbundenen Geistlichen setzt Wiener Neustadt in direkte Beziehung zu aktuellen Fragen von Kirchenführung, Mittelbeschaffung und internationaler Pilgerpastoral.
Finanzielle Lage: Hoher Sanierungsbedarf und Verluste durch den Krieg
Brandmayr bezeichnete die Lage des traditionsreichen Hauses in der Jerusalemer Altstadt als herausfordernd. Laut dem Interview sind für die Generalsanierung des historischen Altbaus rund 15 Millionen Euro erforderlich. Zudem bezifferte er die bisherigen Verluste infolge des Gazakriegs mit etwa zwei Millionen Euro, die in den vergangenen zwei Jahren angefallen seien.
„Der Gazakrieg hat uns in zwei Jahren zwei Millionen Euro gekostet“,
so Brandmayr. Er betonte, dass das Hospiz während des Konflikts als einziges Pilgerhaus in Jerusalem durchgehend geöffnet gehalten worden sei und die Beschäftigung der Mitarbeiter bewusst aufrechterhalten worden sei, obwohl die Zahl der Pilger stark zurückging.
Was bedeutet das für Wiener Neustadt?
Für Leserinnen und Leser in Wiener Neustadt sind mehrere praktische und symbolische Aspekte relevant:
- Persönliche Verbindung: Der neue Rektor hat langjährige Erfahrungen in kirchlichen Leitungsämtern, unter anderem in Rom, und stammt aus dem Umfeld der Diözese, zu der auch Wiener Neustadt gehört.
- Finanzielle Fragen: Die genannten Zahlen (Sanierung: 15 Mio. €, Verluste: 2 Mio. €) deuten auf einen erhöhten Bedarf an Spenden und Unterstützungsmaßnahmen hin, die auch von österreichischen Diözesen und lokalen Kirchengemeinden getragen werden könnten.
- Pastorale Kontinuität: Dass das Hospiz trotz Krise geöffnet blieb, signalisiert eine Absicht, spirituelle und soziale Präsenz im Heiligen Land zu erhalten – ein Anliegen, das für Gläubige aus Wiener Neustadt Bedeutung hat.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Benötigte Generalsanierung | 15.000.000 € |
| Verluste durch Gazakrieg (bisher) | 2.000.000 € |
Hintergrund und Ausblick
Der neue Rektor war zuvor unter anderem von 2008 bis 2020 Rektor des päpstlichen Instituts Santa Maria dell'Anima in Rom. Sein Wechsel nach Jerusalem markiert für die Diözese einen internationalen Schritt, zugleich stellt sich die Frage nach konkreten Schritten zur Finanzierung der Sanierung. Brandmayr selbst sagte laut Interview:
„Noch rätseln wir, woher das Geld kommen kann.“
Das bedeutet: Es wird ein Finanzierungskonzept nötig sein, in das neben kirchlichen Mitteln auch Spenden, Förderungen oder Zielkampagnen einfließen könnten. Für Gemeinden und kirchliche Vereine in und um Wiener Neustadt kann dies Anlass sein, Gespräche über Unterstützungsmöglichkeiten zu führen oder Informationsveranstaltungen zu planen, sobald konkrete Initiativen gestartet werden.
Für die Bevölkerung bleibt relevant, ob und wie lokale kirchliche Strukturen zur Stabilisierung eines international bedeutenden Pilgerortes beitragen. Die Verantwortung, finanzielle Lücken zu schließen, liegt nicht allein bei Jerusalem: Die Verbindungen zwischen Diözese und Pilger-Hospiz schaffen Handlungsspielräume, die nun ausgelotet werden müssen.