Studium, Forschung und Praxis: Sinnfrage rückt in den Fokus
Die Fachhochschule Wiener Neustadt hat sich im Rahmen eines Hochschulprogramms mit dem Thema „Meaningful Work“ beziehungsweise sinnstiftender Arbeit beschäftigt. Die Untersuchung richtet den Blick nicht nur auf berufliche Inhalte, sondern auf die Art und Weise, wie Menschen ihre Tätigkeit an Werten, Stärken und Lebenszielen ausrichten können. Damit trifft die FH einen Punkt, der für Studierende, Berufseinsteigerinnen und Arbeitgeber in der Stadt Bedeutung hat.
Worauf es konkret ankommt
Aus der Forschung der FH lassen sich drei zentrale Faktoren ableiten, die laut den beteiligten Wissenschaftlerinnen besonders ausschlaggebend sind: die Möglichkeit, eigene Stärken einzusetzen, das Erleben von Autonomie in der Tätigkeit und die Wahrnehmung, einen positiven Einfluss auf andere oder die Gesellschaft zu haben. Diese Faktoren dienen als praktische Orientierungspunkte für die Berufsplanung und Personalentwicklung.
- Eigene Stärken erkennen und einsetzen
- Autonomie in Aufgaben und Gestaltungsspielraum
- Sinnwahrnehmung durch Wirkung auf andere
„Meaningful Work bedeutet nicht, den einen perfekten Beruf zu finden, sondern die Fähigkeit zu entwickeln, Arbeit aktiv an den eigenen Werten, Stärken und Lebenszielen auszurichten.“
Das Zitat stammt von Lisa Zach, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für persönliche Kompetenzentwicklung der FH Wiener Neustadt. Sie hebt hervor, dass Selbstreflexion und die bewusste Ausrichtung der Arbeit auf persönliche Kriterien wichtiger seien als die Suche nach einer einzigen idealen Berufsform.
Praktische Folgen für Wiener Neustadt
Für die lokale Arbeitswelt bedeutet das: Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Beschäftigte in Wiener Neustadt können konkret an drei Stellschrauben arbeiten. Hochschulen können Selbstreflexion und Stärkenförderung in Curricula und Beratungsgespräche integrieren. Arbeitgeber in der Region können Tätigkeiten so gestalten, dass Mitarbeitende mehr Autonomie erhalten und den Beitrag ihrer Arbeit besser erkennen. Für Individuen ergibt sich die Handlungsoption, durch Job Crafting — also gezielte Anpassung von Aufgaben und Perspektive — mehr Sinn und Zufriedenheit im eigenen Beruf zu schaffen.
Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass gerade jüngere Generationen verstärkt Sinnfragen in berufliche Entscheidungen einfließen lassen. Das kann Folgen haben für Personalgewinnung und -bindung in Wiener Neustadt: Arbeitgeber, die sinnstiftende Aspekte betonen und praktische Freiräume gewähren, dürften für Nachwuchskräfte attraktiver sein.
| Faktor | Kurze Beschreibung |
|---|---|
| Stärken einsetzen | Arbeit soll persönliche Fähigkeiten fördern und nutzen. |
| Autonomie | Gestaltungsspielraum und Entscheidungsmöglichkeiten im Job. |
| Positive Wirkung | Wahrnehmung, mit der Tätigkeit anderen oder der Gesellschaft zu nützen. |
Die FH verweist auf Selbstreflexion als Schlüsselkompetenz: Nur wer eigene Werte, Bedürfnisse und Stärken kennt, kann Arbeit so gestalten, dass sie wirklich bedeutsam erscheint. Für Wiener Neustadt heißt das konkret: Beratungsangebote an Bildungseinrichtungen nutzen, Jobprofile kritisch prüfen und in Bewerbungsgesprächen gezielt nach Gestaltungsspielräumen fragen.
Insgesamt liefert die Untersuchung der FH Wiener Neustadt praktische Ansatzpunkte für alle, die in der Stadt leben und arbeiten: Studierende, die ihren Berufseinstieg planen; Berufstätige, die ihre Tätigkeit umgestalten möchten; und Unternehmen, die Fachkräfte finden und halten wollen.