Regionale Berichterstattung in Gefahr?
Im Bezirk Wiener Neustadt reißen die Reaktionen von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern auf die Pläne der Bundesregierung zum neuen Medienfördergesetz nicht ab. Kernpunkt der Kritik: kostenlose Regionalmedien sollen von der vorgesehenen Zustellförderung ausgenommen bleiben, während gedruckte Kaufzeitungen mit einem Betrag von 22,5 Millionen Euro bedacht werden. Lokalverankerte Medienvertreter und Kommunalpolitiker sehen darin eine Benachteiligung ihres wichtigen Informationsangebots.
Warum die Kritik zu erwarten war
Vertreter aus Gemeinden des Bezirks betonen, dass kostenlose Regionalmedien – konkret unter anderem das Medium, das regelmäßig über Veranstaltungen, lokale Politik und Unwetter-Einsätze berichtet – in vielen Orten die einzige verlässliche Quelle für Nachrichten vor Ort sind. Sie berichten nicht nur über Festkalender und Kulturangebote, sondern sind oft vor Ort bei Debatten um Verkehrsinfrastruktur oder bei lokalen Katastrophen. Ohne staatliche Zustellförderung für diese Verlage befürchten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister Lücken in der Versorgung vor allem ländlicher Gebiete mit relevanten Informationen.
Konkrete Stimmen aus der Region
"Regionalmedien im Allgemeinen und kostenlose im Besonderen sind für unser Bestreben, die Bürgerinnen und Bürger umfassend über das Geschehen vor ihrer Haustüre zu informieren, ein ganz wesentlicher Partner. Deshalb sind diese Medien für mich als Bürgermeister bestmöglich zu unterstützen und zu fördern, um die Medienvielfalt in der Region zu erhalten." — Klaus Schneeberger (ÖVP)
"Aus meiner Sicht sind kostenlose Regionalmedien von großer Bedeutung." — Manuel Zusag (ÖVP)
Die Zitate machen deutlich: es geht nicht nur um wirtschaftliche Interessen der Verlage, sondern um öffentliche Aufgaben wie die Information über Bauprojekte (etwa Debatten um die Ostumfahrung bei Lichtenwörth) oder die Berichterstattung zu Einsätzen der Feuerwehren nach schweren Unwettern.
Welche Folgen sehen die Kommunalvertreter?
- Schlechterer Zugang zu lokalen Nachrichten in entlegenen Ortsteilen;
- Weniger regelmäßige Berichterstattung zu Gemeinderatsentscheidungen und regionalen Infrastrukturprojekten;
- Gefahr einer geschrumpften Medienvielfalt, wenn kostenlose Wochenblätter Einnahmen verlieren und Formate eingestellt werden müssen.
Die lokalen Vertreter argumentieren, dass gerade kostenfreie Regionalmedien häufig dort distribuieren, wo Kaufzeitungen nicht mehr regelmäßig zustellbar sind — und dass die wöchentliche Präsenz vor Ort Vertrauen und Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern fördert.
Was bedeutet das praktisch für Wiener Neustadt?
Für Leserinnen und Leser in Wiener Neustadt und den umliegenden Gemeinden könnte die Entscheidung des Bundes bedeuten, dass Berichte über lokale Sitzungen, Ehrenamtliches Engagement, Kulturtermine und Hilfsleistungen bei Unwettern seltener werden. Gerade ältere Menschen und Haushalte ohne Online-Affinität sind von einer Verkleinerung des kostenlosen Wochenangebots besonders betroffen.
| Fördermaßnahme | Betroffene Medien | Bekannter Betrag |
|---|---|---|
| Zustellförderung (geplant) | Kaufzeitungen | 22,5 Millionen Euro |
| Zustellförderung (geplant) | Kostenlose Regionalmedien | ausgeschlossen (laut Beschluss) |
Die Diskussion bleibt politisch umkämpft: Kommunalvertreter fordern ein Umdenken in Wien, damit die öffentliche Kommunikationsinfrastruktur in der Fläche nicht geschwächt wird. Für Bürgerinnen und Bürger im Bezirk bleibt wichtig, die lokale Debatte zu verfolgen und bei Fragen zur Versorgung mit regionalen Informationen den Kontakt zu Gemeindeämtern und lokalen Redaktionen zu suchen.
Weitere Entscheidungen auf Bundesebene werden zeigen, ob die Stimme der Regionen bei der Ausgestaltung des Medienfördergesetzes berücksichtigt wird oder ob die Zustellförderung in ihrer jetzigen Form bestehen bleibt.