BEZIRK MÖDLING / GUNTRAMSDORF. Mit dem Start der Sommerferien nimmt die Zahl der Reisenden zu – doch Erholung stellt sich nicht für alle automatisch ein. Sandra Edelhofer, Coach und Trainerin für Work‑Health‑Balance aus Guntramsdorf, erklärt, weshalb viele Menschen trotz Urlaub nicht abschalten und gibt Hinweise, wie die Auszeit besser gelingt.
Warum Abschalten heute schwerer fällt
Edelhofer macht zwei Hauptursachen aus: Erstens die ständige digitale Erreichbarkeit. Smartphones und E‑Mails lassen die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen. Zweitens der weit verbreitete Zustand chronischen Stresses. Bei dauerhaft erhöhter Anspannung ist das Nervensystem auf Aktivität gepolt; ein sofortiger Wechsel in einen entspannten Modus gelingt selten allein durch Ortswechsel.
Typische Stolpersteine auf dem Weg zur Erholung
- Reisebelastung: Lange Anfahrten, Jetlag, ungewohnte Betten und Umgebung beanspruchen Energie, bevor Erholung überhaupt beginnen kann.
- Übervolle Programme: Tägliches Sightseeing ohne Pausen ist zwar erlebnisreich, verhindert aber Regeneration.
- Fehlende Übergänge: Wer ohne inneren Abschluss vom Alltag in den Urlaub startet, trägt die Stressmuster weiter.
„Ich brauche Urlaub vom Urlaub“
Dieser Satz, so die Expertin, bringe die Problematik auf den Punkt: Menschen kehren oft erschöpfter zurück, weil die Erholungsphasen fehlen oder die Belastungen der Reise hohen Erholungsbedarf erzeugen.
Konkrete Hinweise für besseres Erholen
Aus dem Gespräch lassen sich praktische Schritte ableiten, die im Alltag umsetzbar sind und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Urlaub tatsächlich erholsam wird:
- Digitale Grenzen setzen: Bewusste Offline‑Phasen vereinbaren oder Zeiten ohne Arbeitseingang einplanen.
- Reisezeiten einplanen: Puffer vor Ort und nach Rückkehr schaffen, um Übergänge zu ermöglichen.
- Reisegestaltung überprüfen: Weniger Aktivitäten pro Tag, gezielte Ruhezeiten und Schlafhygiene priorisieren.
- Vorbereitung am Arbeitsplatz: Aufgaben übersichtlich übergeben, Erreichbarkeit klar regeln, damit kein hoher Druck bis zur Abreise bleibt.
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks Mödling sind solche Anpassungen unmittelbar umsetzbar: Ein kurzer Organisationsaufwand vor der Abreise, das Einstellen von Abwesenheitsmeldungen oder das Vereinbaren fixer Zeiten ohne Bildschirmnutzung können die Erholungsqualität deutlich steigern.
| Problem | Einfacher Schritt |
|---|---|
| Digitale Dauerverfügbarkeit | Festgelegte Offline‑Zeiten am Tag |
| Reisebelastung | Puffer vor Ort einplanen |
| Überfüllter Zeitplan | Maximal 1–2 Highlights pro Tag |
Die Hinweise der Guntramsdorfer Trainerin sind weniger Verbote als Empfehlungen zur Wiedererlernung einer Fähigkeit: Abschalten ist nicht automatisch, sondern trainierbar. Für die lokale Leserschaft bedeutet das: Schon kleine Änderungen in der Planung und im Umgang mit Technik können den Urlaubsnutzen erhöhen und dazu beitragen, dass Erholung nicht erst Tage nach der Rückkehr beginnt — oder ganz ausbleibt.
Für Reisende im Bezirk Mödling empfiehlt sich vor der Abreise ein kurzes Check‑In: Aufgaben delegieren, Abwesenheitsmeldung aktivieren und mental eine Schlusslinie zum Arbeitsalltag ziehen. Diese einfache Vorbereitung erhöht die Chancen, dass der Urlaub tatsächlich zur Regeneration beiträgt.