Digitaler Zugang zu städtischer Geschichte
Das Stadtarchiv Wiener Neustadt hat einen nächsten Ausbau seiner Online-Angebote abgeschlossen: Frühe Ratsprotokolle bis zum Jahr 1623 sowie zwei vollständige Ratsbücher wurden digitalisiert und sind nun öffentlich über Findbuch.net abrufbar. Die Maßnahmen wurden vom Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit einer externen Firma umgesetzt; die Digitalisierung der ältesten Bände erfolgte durch Dienstleister im Auftrag des Archivs.
Bei der Präsentation der Neuerungen waren unter anderem Stadtarchivarin Sabine Schmitner-Laszakovits, Stadtarchiv-Leiter Gerhard Geissl und der zuständige Stadtrat, Zweiter Vizebürgermeister LAbg. Rainer Spenger, anwesend.
„Das Voranschreiten der Digitalisierung unseres Stadtarchivs verbessert den Zugang zur Geschichte Wiener Neustadts und dem kulturellen Erbe. Interessierte können jetzt ganz einfach frühe Ratsprotokolle und zwei Ratsbücher online abrufen. Damit ermöglichen wir einer breiten Öffentlichkeit, Geschichte unabhängig von Ort und Zeit zu erleben. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir so wertvolle Originale schützen und trotzdem die Bildung und Forschung unterstützen können. Danke an das Stadtarchiv-Team für den Einsatz.“
Was wurde digitalisiert und wie wirkt sich das aus?
Die seit 1431 erhaltenen Aufzeichnungen der Ratsarbeit gelten als zentrale Quelle zur politischen sowie rechts- und verwaltungsgeschichtlichen Entwicklung der Stadt. Sie geben zugleich Einblick in die wirtschaftliche und soziale Lebenswelt früherer Jahrhunderte und spiegeln überregionale politische und gesellschaftliche Entwicklungen wider.
- Öffentlicher Zugriff: Nutzerinnen und Nutzer können die Bestände unabhängig von Zeit und Ort einsehen.
- Schutz der Originale: Wertvolle Bände müssen nicht mehr routinemäßig außer Haus gegeben werden.
- Forschung und Bildung: Regionalhistorische Forschung sowie schulische und universitäre Lehre profitieren von der einfachen Verfügbarkeit.
Das Stadtarchiv verfügt seit dem ersten Quartal 2025 über einen eigenen Archivscanner, mit dem Dokumente bis zum Format A0 digitalisiert werden können. Dadurch ist es möglich, vom kleinen Schriftstück bis zu großformatigen Plänen hochwertige Digitalisate zu erzeugen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Älteste erhaltene Aufzeichnungen | ab 1431 |
| Digitalisierte Bestände | Ratsprotokolle bis 1623, zwei Ratsbücher |
| Scanner-Kapazität | Dokumente bis A0 |
Konkrete Bedeutung für Wiener Neustadt
Die Veröffentlichung der Digitalisate erleichtert allen, die sich mit der Geschichte Wiener Neustadts beschäftigen, das Recherchieren erheblich: Lokalhistorikerinnen und -historiker, Studierende, Lehrende und interessierte Bürgerinnen und Bürger erreichen nun Primärquellen ohne Anreise ins Archiv. Schulklassen und Bildungseinrichtungen können historische Quellen direkt in den Unterricht einbinden. Für die Verwaltung bedeutet die Digitalisierung außerdem eine bessere Sicherung und Schonung empfindlicher Originale.
Gleichzeitig bleibt die Aufgabe des Archivs bestehen, die bestmögliche Erschließung und Pflege dieser Bestände sicherzustellen. Digitale Zugänge erhöhen die Nutzbarkeit, ersetzen aber nicht die kontextuelle Erarbeitung und wissenschaftliche Auswertung der Quellen.
Für alle, die die digitalisierten Ratsprotokolle und Ratsbücher einsehen möchten, steht die Plattform Findbuch.net zur Verfügung; die konkreten Bestände findet man über das Archivverzeichnis der Stadt.