Zusätzliche Hinweise auf mögliche dritte Waffe
Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat am Dienstag neue Ermittlungsansätze im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz in Bregenz bestätigt. Demnach gibt es Hinweise darauf, dass der 24-jährige Mann, der bei dem Einsatz von einem Beamten angeschossen und dabei verletzt wurde, neben einer Softgun und einem Hammer möglicherweise auch ein Messer bei sich gehabt haben könnte. Diese Informationen stammen aus den Ermittlungen und wurden gegenüber der APA von der Staatsanwaltschaft bestätigt.
Der Vorfall ereignete sich, nachdem die Mutter des Mannes am 25. Juli die Polizei verständigt hatte, weil ihr Sohn randaliert haben soll. Laut bisherigen Ermittlungen soll es sowohl zu Drohungen gegenüber Angehörigen als auch gegenüber Einsatzkräften gekommen sein. Daraufhin wurde das Einsatzkommando COBRA hinzugezogen. Deeskalationsbemühungen blieben erfolglos, es kam zur Schussabgabe, infolgedessen der 24-Jährige verletzt und in das Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht wurde. Er ist mittlerweile wieder entlassen.
„Es gebe solche Hinweise“, bestätigte Karin Dragosits von der Staatsanwaltschaft Feldkirch der APA.
Gegen den 24-Jährigen läuft ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen gefährlicher Drohung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und versuchter schwerer Körperverletzung. Über ihn wurde Untersuchungshaft verhängt. Im Zuge der strafrechtlichen Abklärung wird außerdem der psychische Zustand des Beschuldigten überprüft; es besteht nach Angaben der Staatsanwaltschaft die begründete Annahme, dass eine schwerwiegende und nachhaltige seelische Störung vorgelegen haben könnte.
Parallel dazu wird ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen den Polizisten geführt, der geschossen hat. Diese Praxis ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft üblich: Es wird geprüft, ob die Schussabgabe rechtmäßig und verhältnismäßig gewesen ist. Unklar bleibt nach wie vor, wie viele Schüsse während des Einsatzes tatsächlich abgegeben wurden.
Was das für Anrainer und Betroffene im Bezirk bedeutet
Für die Bevölkerung in Bregenz und dem Bezirk Feldkirch ist der Vorfall aus mehreren Gründen relevant: Er betrifft die öffentliche Sicherheit, das Verhältnis zwischen Einsatzkräften und Zivilpersonen in Krisensituationen sowie die Frage, wie Behörden mit potentiell psychisch erkrankten Personen umgehen. Die Prüfungen zu den eingesetzten Mitteln und dem gesundheitlichen Zustand des Beschuldigten können Einfluss auf künftige Einsatzregeln und Interventionsstrategien haben.
- Betroffene: Der 24-Jährige wurde verletzt und ist inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen.
- Ermittlungen: Zwei Verfahren laufen — gegen den Beschuldigten und gegen den schießenden Beamten.
- Offen: Zahl der abgegebenen Schüsse und eindeutige Bestätigung eines Messers wurden noch nicht abschließend genannt.
Nach geltendem Vorgehen werden die Erkenntnisse der laufenden Untersuchungen zusammengeführt und anschließend Entscheidungen über mögliche Anklagen oder disziplinarische Maßnahmen getroffen. Konkrete Ergebnisse dürften erst nach Abschluss der Ermittlungen vorliegen.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 25. Juli | Alarmierung der Polizei durch die Mutter wegen Randale |
| Vorvergangene Woche | COBRA-Einsatz; Schussabgabe; Mann verletzt und ins Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht |
| Aktuell | Staatsanwaltschaft prüft Hinweise auf zusätzliches Messer; zwei Ermittlungsverfahren laufen |
Weitere Informationen werden erwartet, sobald die Staatsanwaltschaft detailliertere Ergebnisse der Ermittlungen veröffentlicht. Für Bürgerinnen und Bürger bleibt wichtig, bei ähnlichen Vorfällen besonnen zu handeln und Gefährdungen umgehend über die Notrufnummer zu melden.